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St. Pauli beendet Sieglos-Serie: "Sind eine echte Einheit"

imago images / Joachim Sielski

Es ist vollbracht: Nach 13 sieglosen Spielen setzte sich der FC St. Pauli am Samstag mit 3:2 bei Hannover 96 durch. Dabei erzielte ein 17-Jähriger in der Nachspielzeit den Siegtreffer. Wie die Beteiligten den Sieg einschätzen.

Talent erzielt den Siegtreffer

Igor Matanovic war erst einmal komplett überfordert. "Ich weiß gar nicht, was ich denken soll. Meine Emotionen gehen hoch und runter und mein ganzer Körper zittert", wird der 17-Jährige auf der Homepage des FC St. Pauli zitiert. Dass diese Situation für das Talent erst einmal zu viel war, ist nur allzu verständlich. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte Matanovic am Samstag in der Partie bei Hannover 96 den 3:2-Endstand erzielt, somit seinem Klub den ersten Erfolg nach 13 sieglosen Duellen, in denen nur sechs Punkte geholt worden waren, gesichert. Und das alles nur sechs Minute nach seiner Einwechslung. "Es ist ein wunderbares Gefühl", so der deutsche U18-Nationalspieler nach seinem achten Einsatz bei den Profis.

Durch den Sieg rückten die Hamburger wieder bis auf einen Punkt an den Abstiegs-Relegationsplatz heran und schöpfen nach zuletzt zwei Remis in Folge immer mehr Hoffnung im Tabellenkeller. Dass es jedoch so eine emotionale Schlussphase werden würde, war nach dem starken Auftakt der Gäste nicht absehbar. Rodrigo Zalazarv (2.) und Guido Burgstaller (10.) – mit seinem ersten Pflichtspieltreffer seit August 2019 – hatten die Hamburger früh in Führung gebracht. "Ich glaube, dass wir in der ersten Hälfte ein sehr gutes Spiel gemacht haben. Wir hätten auch 3:0 führen können", so Burgstaller, der im Sommer von Erstligist Schalke 04 gekommen war.

Doppelpack von Hannover

Doch Hannover glich die Partie durch einen Doppelpack von Genki Haraguchi (53./55.) wieder aus. "Durch den Gegentreffer haben wir komplett den Faden verloren und sehr wild gespielt. Hannover ist immer stärker geworden. Dass wir nach den beiden Gegentoren nicht komplett auseinandergefallen sind, gibt uns auch für die nächsten Spiele ein gutes Gefühl", sagte Burgstaller. Auch Trainer Timo Schultz war zufrieden, dass seine Spieler nach diesem Rückschlag gezeigt hätten, "dass sie eine echte Einheit sind und einer für alle durchs Feuer geht. Wir hatten eine super Stimmung auf dem Platz und auf der Bank. Alle haben mitgefiebert".

In der Schlussphase kam nicht nur wegen des späten Treffers auch die nötige Portion Glück dazu. Erst wurde den 96ern ein Strafstoß verweigert (85.), drei Minuten später kassierten die Gastgeber noch einen Platzverweis. "Am Ende war es auch ein glücklicher Sieg", befand Schultz. Burgstaller sprach von drei Punkten, "die wir uns aufgrund der ersten Hälfte aber auch verdient haben".