St. Pauli: Hürzeler will Kader ausdünnen
Beim FC St. Pauli setzt der neue Chefcoach Fabian Hürzeler erste Akzente. Nach Abschluss des Trainingslagers im spanischen Benidorm kündigte der Trainer-Novize eine spürbare Ausdünnung des Kaders an und bestätigte zugleich die seltene Konstellation des Doppel-Kapitäns mit Jackson Irvine und Leart Paqarada.
Personaltableau „im Moment zu groß“
Bei der Kadergröße will Hürzeler in den nächsten Tagen angesichts von inzwischen 32 Spielern den Rotstift ansetzen. "Wir planen schon, den einen oder anderen Spieler abzugeben. Ich muss gucken, wie sich das entwickelt in den nächsten Tagen. Der Kader ist im Moment zu groß für unsere Verhältnisse“, zitierte die Bild-Zeitung aus der Benidorm-Bilanz des 29-Jährigen.
Erster Streichkandidat ist Torhüter Dennis Smarsch. Der Schlussmann konnte seine Chance nach dem Fingerbruch von Stammkeeper Nikola Vasilj nicht nutzen und hat bei dem Kiez-Klub keine Perspektive mehr, nachdem Hürzeler Sören Ahlers zur neuen Nummer drei hinter Vasilj und Sascha Burchert befördert hat. "Wir haben uns zwischen Dennis und Sören eben für Sören entschieden“, sagte der Coach.
"Keine Diskussion“ über Doppel-Kapitän
Neben Smarsch könnte Hürzeler noch rund fünf weitere Spieler aussortieren. Zum Kreis der Kandidaten für einen Vereinswechsel oder Abstieg in die U23-Reserve der Norddeutschen zählen offenbar vor allem Lennart Appe, Marcel Beifus, Lars Ritzka, Carlo Boukhalfa und Niklas Jessen. „Ich bin kein Trainer, der irgendwen vom Hof jagt. Wir versuchen, den Kader jetzt so zusammenzustellen, dass wir unserer Meinung nach den größtmöglichen Erfolg haben können“, sagte Hürzeler zum bevorstehenden Personalkarussell.
Keine Sorgen um ihre Stammplätze müssen sich Irvine und Paqarada machen. Beide will Hürzeler als verlängerten Arm auf dem Platz haben und ihre Führungsrollen deswegen nicht antasten. Offensichtlich hat das Duo den Nachfolger von Timo Schultz bereits in der Vergangenheit mit seiner Interpretation der Aufgabenteilung überzeugt, wie Hürzeler durchblicken ließ: "Ich war ja im Sommer in die Entscheidung von Timo Schultz involviert und werde da keine Diskussionen aufkommen lassen. Ich bin sehr happy, wie die beiden das angehen, und bin sehr froh, zwei solche Persönlichkeiten auf dem Platz zu haben.“