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St. Pauli im Abstiegskampf: "Nach oben geht nicht mehr viel"

© imago images / Holsteinoffice

Chaotische Schlussminuten erlebte der FC St. Pauli beim Auswärtsspiel in Kiel, bei der 1:2-Niederlage gegen die Störche blieb es trotz zahlreicher Matchbälle trotzdem. Oben drauf sind die Kiezkicker wieder mitten im Abstiegskampf angekommen und zittern nun dem Krimi gegen Dresden entgegen.

FCSP verpasst aus fünf Metern

Mit einer 2:1-Führung sehnte sich Holstein Kiel dem Abpfiff entgegen, weil es der FC St. Pauli bis in die letzten Minuten hinein noch wissen wollte. Dann aber sprang Hauke Wahl der Ball an die Hand und das Chaos nahm seinen Lauf – zunächst gab Schiedsrichter Arne Aarnik den Strafstoß und Henk Veerman patzte aus elf Metern. "Ich kann uns noch zu einem Punkt schießen, habe das aber nicht gut gemacht. Das ist mein Fehler", zeigte sich der Niederländer untröstlich, doch damit nicht genug.

In Folge des Elfmeters gab es einen Rückpass in die Arme von KSV-Keeper Ioannis Gelios und den indirekten Freistoß aus fünf Metern. Und trotzdem konnte der FCSP daraus kein Kapital schlagen, die Partie ging nämlich ohne weiteren Treffer verloren. "Das war eine spektakuläre Nachspielzeit mit keinem guten Ende für uns", resignierte Sportchef Andreas Bornemann, der schon vor Veermans Fehlschuss kein gutes Gefühl hatte: "Ich finde es immer schwierig für den Schützen, wenn du lange mit dem Ball unterm Arm stehst."

"Waren noch gut dabei"

Der Videoassistent hatte in den letzten Minuten erwartungsgemäß auch viel zu tun, die Nachspielzeit zog sich in die Länge. Genauso, wie der Abstiegskampf der Hamburger. "Mit dem 0:1 zur Pause waren wir noch gut dabei, nach der zweiten Halbzeit wäre ein Punkt aber sicherlich verdient gewesen", ärgerte sich Bornemann über die verpasste Chance, denn mit der neunten Saisonniederlage rutscht der Klub vom Kiez wieder tief in den Abstiegssumpf hinein. Erst einen Punkt konnte der FCSP aus dem neuen Jahr sammeln – und dieser Punkt bewahrt die Hamburger aktuell vor dem Abrutschen auf den unteren Relegationsplatz.

Fast schon überflüssig mutet die Feststellung von Keeper Robin Himmelmann an: "Nach oben geht nicht mehr viel, jetzt müssen wir ein Punktepolster nach unten aufbauen." Denn die Statistik vom FCSP ist bedrohlich: Nach zehn Anläufen stehen die Hamburger noch ohne Auswärtssieg in dieser Saison dar, nach Rückstand konnte St. Pauli noch keinen einzigen Sieg holen. Ohne Comebackqualitäten und Erfolgen auf fremden Plätzen kann sich der Klub derzeit nur auf die Heimstärke verlassen – am besten schon im nächsten Match gegen Dynamo Dresden. Dann ist nämlich der Tabellenletzte zum Abstiegskrimi am Millerntor zu Gast.