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St. Pauli-Profis vor Gehaltsverzicht: "Wollen unseren Beitrag leisten"

© imago images / HochZwei/Angerer

Der FC St. Pauli ist finanziell nicht unbedingt auf Rosen gebettet, entsprechend hart treffen den Verein die Einbußen im Zuge des aussetzenden Spielbetriebs. Um diese abzufedern, wird auch am Millerntor über einen Gehaltsverzicht im Profibereich diskutiert – man befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen. Bei anderen Mitarbeitern herrscht hingegen Verwirrung. 

Verzicht "ist eine Selbstverständlichkeit"

Während der Gehaltsverzicht andernorts bereits beschlossene Sache ist, wird beim FC St. Pauli noch verhandelt. An einer grundsätzlichen Bereitschaft mangelt es dabei nicht, diskutiert wird laut "Bild"-Bericht ein Verzicht auf zehn bis 20 Prozent des regulären Einkommens.

"Wir sind in Gesprächen", erklärte Sportdirektor Andreas Bornemann. "Ein Gehaltsverzicht des Lizenz- und Profibereichs, nicht nur bei den Spielern, sondern auch die Trainer und mich eingeschlossen, ist eine Selbstverständlichkeit. Wir wollen unseren Beitrag leisten, dass Härtefälle in anderen Teilen des Vereins abgefedert werden können."

Verwirrung im NLZ: Aufforderung zur Kündigung?

Es besteht kein Zweifel daran, dass die genannten Härtefälle eintreten werden. Teils sind sie das sogar schon: Abseits des Profibereichs wurde bereits Kurzarbeitergeld beantragt – und zwar rückwirkend für den kompletten März. Für geringfügig Beschäftigte, sogenannte Mini-Jobber, ist dies allerdings nicht möglich. St. Pauli setzt gerade im Nachwuchsbereich vermehrt auf die 450-Euro-Kräfte und versuchte nun in einer Telefon-Konferenz mit Nachwuchs-Chef Roger Stilz sowie den betroffenen Angestellten eine Lösung zu finden.

Mehrere Teilnehmer der Konferenz hatten anschließend das Gefühl, es werde auf eine Lösung in Form von Kündigungen gedrängt. So hätten sich die Arbeitnehmer aufgefordert gefühlt, ihre bis zum 30. Juni gültigen Verträge selbst zu kündigen. St. Pauli-Präsident Oke Göttlich hielt sich in einer Mitteilung bedeckt: "Über Vertragsinhalte und -gespräche geben wir keine Auskunft. Wir bitten, dies aus Rücksicht vor unseren Mitarbeiter*innen zu respektieren."