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St. Pauli: Schultz will für HSV "eklig zu spielen sein“

© imago images / Oliver Ruhnke

Auch ohne die elektrisierende Hexenkessel-Atmosphäre bringt dem FC St. Pauli das Derby am Freitag bei Tabellenführer Hamburger SV den besonderen Kick. Aus Sicht von Trainer Timo Schultz benötigen seine Spieler keinen anderen Ansporn als die eigene Gier nach dem eigenen Erfolg.

"Spieler bis unter die Haarspitzen motiviert“

Auch wenn "der letzte Funke Emotionalität“ wegen der Zuschauerbegrenzung fehlt, glaubt der Coach, "dass man die Spieler nicht zusätzlich motivieren muss. Sie sind eh schon motiviert bis unter die Haarspitzen. Unser Ziel ist es, dem verlustpunktfreien Spitzenreiter die ersten Punkte abzunehmen – wenn es geht, sogar alle drei".

Einen solchen Coup traut Schultz seiner Mannschaft nach den beiden erfolgreichen Aufholjagden seines Teams gegen den 1. FC Nürnberg und bei Darmstadt 98 (beide 2:2) auf jeden Fall zu. "Es wird ein Spiel auf Augenhöhe. Wir wissen schon dass wir eine gute Mannschaft haben und für den HSV richtig eklig zu spielen sein können“, beschrieb der 43-Jährige auf der Spieltags-Pressekonferenz das Selbstverständnis der Kiez-Kicker forsch.

Taktisch erwartet Schultz keine Überraschungen durch seinen Kollegen Daniel Thioune. "Seine Teams spielen immer mutig, sind laufstark und wollen nach vorne spielen“, beschrieb der Ex-Profi seine bisherigen Eindrücke vom Lokalrivalen: "Ich selber bin nicht der Verfechter von festen Abläufen und Laufwegen. Von daher ähnelt ihr Spiel dem unserer Mannschaft. Sie sind flexibel, die Spieler bleiben aber meistens die gleichen, deswegen ist das für mich gar nicht das große Thema.“

Sonderplan für Terodde-Bewachung

Ein Thema ist allerdings HSV-Topstürmer Simon Terodde. "Natürlich müssen wir uns einen Plan ausdenken, wie wir Terodde einengen“, machte Schultz aus seiner Wertschätzung für den schon sechsfachen Saisontorschützen des HSV. Dabei will der FCSP-Coach jedoch nicht in die Falle tappen, "uns zu sehr auf einen Spieler zu fokussieren, dann wird Platz für andere Spieler frei, dafür haben sie zuviel Qualität in ihren Reihen“.

Personell standen am Mittwoch noch einige Fragezeichen hinter St. Paulis Aufstellung. Laut Schultz ist die Nominierung von Philipp Ziereis aufgrund einer Verletzung im hinteren Oberschenkel noch offen, während Kapitän Christopher Avevor nach einer Trainingspause wegen Fußproblemen spielen können sollte. Ob James Lawrence trotz seiner fehlenden Matchpraxis schon wieder ein Option sein wird, "müssen wir abwägen“, erläuterte Schultz die Kadersituation.