St. Paulis erneutes Spektakel: "Sind alle kaputt, aber auch glücklich"

Drei Mal schlug der 1. FC Heidenheim gegen St. Pauli zurück, doch ein vierter Treffer in der Schlussphase sorgte endgültig für den dritten Sieg im vierten Spiel für die Kiezkicker. Cheftrainer Timo Schultz, der sich krankheitsbedingt zurückhalten musste, verfolgte das rasante Auf und Ab seiner Mannschaft in einem Match, welches "kein normales Spiel" war.

Schultz sieht "Spiegelbild der Saison"

"Im Moment veranstalten wir in jedem Spiel ein Spektakel", fasste FCSP-Innenverteidiger Philipp Ziereis die aktuelle Phase des FC St. Pauli kurz und knapp - und äußerst treffend - zusammen. Inklusive des abwechslungsreichen 4:3-Sieges gegen den 1. FC Heidenheim konnten die Kiezkicker in sechs Partien seit dem Jahreswechsel ganze zehn Punkte sammeln. 13 Tore und 11 Gegentore sprechen in der Bilanz dabei eine deutliche Sprache. "Das Spiel ist ein Spiegelbild unserer bisherigen Saison", sah auch Cheftrainer Timo Schultz so ziemlich alles in der Partie, was den FCSP in dieser Saison ausmacht - vom Zusammenhalt bis zur Abwehrschwäche.

"Es hat auf der einen Seite Spaß gemacht zuzugucken, weil es viele Chancen und Tore gab. Auf der anderen Seite habe ich in der Defensive aber wieder viele Sachen erkannt, die man besser machen muss", nahm sich der Coach deshalb vor, die Partie trotz des glücklichen Ausgangs kritisch zu analysieren. Erst ein Treffer von Rodrigo Zalazar in der 87. Spielminute brachte letztlich den Sieg. Trotz der Rückschläge ließ Schultz keine Zweifel an dem neuerlichen Erfolgserlebnis aufkommen: "Wenn man vier Mal führt, hat man es sich insgesamt auch verdient."

"Absolut geiles Spiel"

Der Cheftrainer selbst zog sich während des Spiels einigermaßen zurück. Probleme in der Nierengegend zwangen den 43-Jährigen zur Ruhe, vermutlich wird er von einem Nierenstein geplagt. "Meine beiden Co-Trainer waren während des Spiels im Coaching und haben das richtig gut gemacht", lobte Schultz daher auch das Team neben dem Platz. Insgesamt beschwor der FCSP den Erfolg mit seinem Teamgeist, wie auch Angreifer Daniel-Kofi Kyereh in seiner Analyse betonte: "Vor dem Spiel haben wir explizit das Wort füreinander großgeschrieben. Das hat man heute gesehen. Wir mussten immer wieder Rückschläge hinnehmen, haben es aber super gemacht."

Trotzdem haderte der Stürmer mit den Gegentreffern, die dem FCSP seine Schwierigkeiten brachte. Der Glaube an einen vierten Treffer war dennoch da, sodass die Kiezkicker ihr spätes Matchglück erzwangen. "Wir sind alle kaputt, aber auch glücklich. Es war kein normales Spiel, sondern eines der intensivsten Spiele, die ich persönlich, aber auch viele aus der Mannschaft gespielt haben. Es war ein absolut geiles Spiel", so Kyereh zufrieden. Mit dem dritten Sieg in den letzten vier Spielen konnte sich St. Pauli nun wieder über den Strich schieben. Am kommenden Freitag (18:30 Uhr) kommt es zum direkten Abstiegskracher mit dem SV Sandhausen.

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