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"Stabilität und Balance": Werners Pläne mit Holstein Kiel

© imago images / Poolfoto

Ole Werner übernahm Holstein Kiel in einer durchaus schwierigen Situation. Der jüngste Cheftrainer der 2. Liga bekam mit der KSV zwar die Kurve, turbulent blieb es trotzdem. In einem Interview mit dem "Kicker" versuchte sich Werner nun an einem ersten Fazit und skizzierte seinen Plan für die Störche-Zukunft.

Werners turbulentes erstes Jahr

Als Ole Werner im letzten September das Amt des Kieler Cheftrainers übernahm, standen die Zeichen bei Holstein auf Abstiegskampf. Ein knappes Jahr später kann der 32-Jährige behaupten, den Klub vorerst stabilisiert zu haben. Zwischenzeitlich war sogar mehr drin als der elfte Tabellenrang, auf dem Kiel am letztendlich einlief. Leicht hatte es der junge Übungsleiter dabei nicht: Neben dem Job bei der KSV absolvierte Werner seine Ausbildung zum Fußballehrer, dann kam die Corona-Pandemie – und schließlich ereilte ihn ein familiärer Trauerfall.

Zumindest seine Cheftrainer-Tätigkeit sei ihm durch die Rückendeckung des Vereins erleichtert worden, berichtet Werner zufrieden: "Wichtig war für mich, vom ersten Trainingstag an die Unterstützung des Vereins und der Mannschaft für diesen Weg zu spüren. Wir haben es dann tatsächlich schnell geschafft, uns zu stabilisieren und am Ende eine relativ sorgenfreie Saison gespielt." Schwieriger wurde es nach der Zwangspause im Zuge der Corona-Pandemie – sportlich wie privat. Erst musste sich Werner ärgern, "dass wir nicht mehr an unsere Leistungsgrenze gekommen sind". Dann folgte ein Schicksalsschlag, der den Fußball völlig in den Hintergrund rückte. "Es gibt eben Dinge, die wohl dazu gehören und auf die man sich trotzdem nicht vorbereiten kann", resümiert der Coach.

Bartels soll die "Abgezocktheit" mitbringen

Mittlerweile geht der Blick wieder nach vorne. Holstein befindet sich in der Vorbereitung, auch erste Neuzugänge stießen bereits zur Mannschaft. Der Name des wohl prominentesten: Fin Bartels. Der gebürtige Kieler kehrte von Werder Bremen zu seinen Wurzeln zurück. Bleibt der Offensivmann fit, "bin ich überzeugt davon, dass Fin noch einiges im Tank hat und uns offensiv die Abgezocktheit und Schlitzohrigkeit geben kann, die uns bislang hier und da gefehlt hat." Obwohl der Kader aufgestockt wurde und bisher auch keine unmoralischen Angebote für Top-Spieler wie Janni Serra oder Jae-Sung Lee eingingen, scheut Werner eine Kampfansage in Richtung der Konkurrenz.

Vielmehr gehe es darum, auf sich zu schauen und die Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Stichworte für Kiels Trainer: Stabilität und Balance. Sie sollen für Angriff und Defensive ebenso wie für die Torhüterposition gelten. Auf dieser kam mit Thomas Dähne ein Konkurrent für den bisherigen Stammkeeper Ioannis Gelios. Seine Herangehensweise umriss Ole Werner schließlich wie folgt: "Die Art, wie du verteidigst, entscheidet auch darüber, aus welcher Position heraus du angreifen kannst. Die Art und Weise, wie du angreifst, entscheidet über die Räume, die du dem Gegner bei einem Ballverlust bietest. Für uns geht es darum, als Mannschaft eine gute Stabilität und Balance zu entwickeln."