Stark, stärker, Skarke: 19-Jähriger schießt Heidenheim zum Heimsieg

Man spricht immer von Geschichten, die nur der Fußball schreiben kann. Beim Spiel des 1. FC Heidenheim gegen den MSV Duisburg durfte man dieses Phänomen wieder begutachten. Das 19-Jährige Eigengewächs, Tim Skarke, erhielt diesen Sommer einen Profivertrag. In den ersten Spielen stand er immer wieder im Kader und sammelte ein paar Minuten Spielzeit in der zweiten Liga und auch im DFB-Pokal. Beim Testspiel gegen den FC Vaduz machte er sich mit drei Torbeteiligungen auf sich aufmerksam und wurde heute von Frank Schmidt zur Halbzeit für Ben Halloran eingewechselt. Fünf Minuten vor Spielende dann sein großer Auftritt, als er sich aus 18 Metern ein Herz fasste und den Ball unhaltbar zum viel umjubelten Siegtreffer in die Maschen setzte.

Duisburg gehörig unter Druck

Dabei hätten die Heidenheimer einen so entspannten Nachmittag haben können, wenn Sie nur die Hälfte der sich bietenden Chancen genutzt hätten. Bei einem Freistoß von Arne Feick war Michael Ratajczak zur Stelle. Kurios wurde es nach einem Eckball, als die Duisburger den Ball nicht klären konnten, aber die Heidenheimer trotz zahlreicher Abschlüsse immer an einem Bein der MSV-Abwehr hängen blieben. Die konsequente Spielweise verunsicherte die Gäste zunehmend, die in der ersten halben Stunde überhaupt nicht ins Spiel fanden. Den Hausherren muss man in dieser Phase ankreiden, dass sie ihre Chancen teils fahrlässig liegen gelassen haben. So zum Beispiel Andreas Voglsammer, der erst aus 16 Metern knapp verzog und nur wenige Augenblicke danach allein auf Ratajczak zulief, den Ball jedoch sowohl am Torhüter, als auch am Tor selbst vorbei schob. „Wir wollten dominant auftreten, wir wollten früh pressen und Duisburg nicht ins Spiel kommen lassen. Das ist uns auch gelungen, aber leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt“, so Schmidt zur Anfangsphase. In der Folge hielt der MSV besser dagegen. Zwar strahlten sie weiterhin kaum Torgefahr aus, aber immerhin stand die Defensive nun stabiler und gab den Hausherren ebenfalls kaum noch eine Möglichkeit sich zu entfalten. Den Heidenheimern merkte man auch an, dass sie vor hatten schon früh in Führung zu gehen und dieser Aufwand kostete sie einige Körner, worunter auch die Konzentration litt. Glück hatten sie, als bei einem Fehlpass quer im eigenen Strafraum von Sebastian Griesbeck, die Duisburger nicht konsequent genug agierten und so die Chance einfach verpuffte.

Zimmermann rettet hinten, Skarke trifft vorne

Die zweite Hälfte knüpfte sich nahtlos an das Ende des ersten Spielabschnitts an. Es bot sich ein ausgeglichenes Bild, wobei die Gäste nun etwas mehr Offensivdrang verspürten. Dank eines kompletten Aussetzers von Ronny Philp am eigenen Strafraum bot sich Dennis Grote die Chance zur doch etwas überraschenden Führung. Grote scheiterte aber freistehend vor Zimmermann, der mit einem überragenden Reflex den Ball zur Ecke abwehren konnte. Schmidt lobte in Folge dessen die Mentalität, die sein Team an den Tag gelegt hat. „Auch in einem Spiel, das auf einmal ausgeglichen ist, hat mein Team weiter den Kopf oben behalten und ständig versucht durch den Kampf sich weiter Chancen zu erarbeiten.“ Gleich zweimal bot sich dann Marc Schnatterer die Chance zur Führung. Aus spitzem Winkel scheiterte er aber erst an Ratajczak und im zweiten Versuch zirkelte er den Ball nur knapp neben den Pfosten. Es folgte die entscheidende Szene im Spiel. Nach einem simplen Einwurf bediente Robert Leipertz den jungen Skarke. Der legte sich den Ball einmal vor und vollendete trocken in den kurzen Winkel, Ratajczaks Flugeinlage war vergebens. „Das hat er sich verdient und hat damit auch das Team, vor dem ich heute meinen Hut ziehe, mit drei Punkten belohnt. Unterm Strich war der Sieg auch nicht unverdient“, lautete Schmidts Fazit zum Spiel. In den verbleibenden Spielminuten warfen die Duisburger noch einmal alles nach vorne, aber die Heidenheimer behielten die Ruhe und brachten die Führung über die Zeit.

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