Stuttgart: Mund abwischen, weitermachen
Erleichterung war Trumpf beim VfB Stuttgart nach dem letztlich glücklichen 1:0 (0:0)-Erfolg bei Abstiegskandidat VfL Bochum. "Das Quäntchen Glück war auf unserer Seite“, fasste Siegtorschütze Hamadi Al Ghaddioui die Gemütslage bei den Schwaben zusammen.
"Haben uns das Leben selbst schwer gemacht“
Viel hatte tatsächlich nicht gefehlt zu einem Dämpfer für die Ambitionen der Schwaben zum direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga. Trotz ihrer begrenzten Mittel hatten die Gastgeber durchaus die Chance zumindest auf einen Punkt gegen den Favoriten. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“, monierte Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo auf der Vereins-Homepage denn auch die fehlende Souveränität seines Teams gegen die tapfer kämpfenden Westfalen.
Umso mehr freuten sich die Gäste über das Ende ihrer Auswärtsdurststrecke von zuvor sechs Pflichtspielen auf fremden Plätzen ohne Sieg. "Die drei Punkte“, meinte Al Ghaddioui treffend, "tun uns gut.“
Vor allem aber distanzierte der seit insgesamt sieben Liga-Begegnungen ungeschlagene VfB durch seinen zweiten Sieg in Folge auf dem dritten Rang die Verfolger noch weiter. Sechs Punkte rangiert der Tabellenvierte 1. FC Heidenheim bereits hinter dem Ex-Meister, der seinerseits gleichauf mit dem zweitplatzierten Hamburger SV liegt und auch Spitzenreiter Arminia Bielefeld mit weiterhin nur drei Zählern weniger unverändert in Reichweite hat.
Kritik an Chancenverwertung und taktischer Disziplin
Matarazzo, der seine Bilanz auf Stuttgarts Bank auf zehn Zähler aus den bisherigen vier Punktspielen seit Ende der Winterpause unter seiner Regie ausbaute, hatte allerdings den einen oder anderen Kritikpunkt anzumerken. "Wir haben klare Chancen, die wir nicht nutzen, und darüber hinaus mehrere Szenen, in denen wir im letzten Drittel vor dem gegnerischen Tor zielstrebiger agieren müssen. In der zweiten Hälfte haben wir dann sowohl defensiv als auch offensiv etwas die Ordnung verloren“, schrieb der 42-Jährige seinen Spielern ins Stammbuch. Letztlich hakte aber auch der Coach "das dreckige 1:0“ (Pascal Stenzel) nach dem Motto "Mund abwischen, weitermachen“ ab: "Unter dem Strich ist der Sieg verdient.“
Für das anstehende Duell am Samstag mit Jahn Regensburg leitete unterdessen Daniel Didavi positive Erkenntnisse ab: "Wichtig war, dass jeder gekämpft hat und es uns erneut gelungen ist, die Null zu halten.“