"Täglich grüßt das Murmeltier" - Hansa ohne Lohn für guten Auftritt

Der F.C. Hansa Rostock und Trainer Jens Härtel kennen diesen Film schon zur Genüge: Wieder gut gespielt, am Ende aber ohne die erhofften Punkte vom Platz gegangen. Denn auch bei der 0:2-Heimpleite gegen den FC Schalke 04 konnte die Kogge am Samstagabend mithalten, bekam vom Gegner aber aufgezeigt, wie Chancen eiskalt verwertet werden.

"Überragende 40 Minuten gespielt"

"Täglich grüßt das Murmeltier." Mit diesen Worten leitete Jens Härtel auf der Pressekonferenz seine Analyse des Spiels ein. Und damit war sofort klar, worauf der Hansa-Trainer anspielen würde: Wieder war er mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. "Zum wiederholten Mal stehen wir mit leeren Händen da." Denn auch gegen die Schalker könne er seinem Team keinen großen Vorwurf machen, dennoch stand im achten Spiel die fünfte Niederlage zu Buche.

"Wir haben überragende 40 Minuten gespielt, super Zugriff gehabt, hatten viele Balleroberungen, gute Ballbesitzphasen und haben eine Menge Halbchancen herausgespielt", zählte der 52-Jährige all die positiven Aspekte auf. Doch die Möglichkeiten wurden eben wieder nicht genutzt, weshalb die Kogge nun schon in drei der jüngsten vier Partien ohne eigenen Treffer blieb.

Terodde trifft doppelt

Ganz anders präsentierten sich da die abgezockten Gäste, die sich wieder einmal auf ihren Knipser Simon Terodde verlassen durften. "In einer Situation war Meier zu weit draußen, Fröde ist nicht hinten reingerutscht in die Kette", sprach Härtel die Ausgangslage vor dem ersten Tor an. Damit wäre sein Team in Unterzahl gewesen, "das war aber trotzdem nicht so dramatisch". Doch nach einer scharfen Flank habe Terodde "aus dem Nichts" dennoch die Führung für die Gäste besorgt (42.), tauchte für einen Kopfball knapp über dem Rasen ab.

Auch kurz nach dem Seitenwechsel war der 33-Jährige wieder zur Stelle, erhöhte auf 2:0 (49.). Bei diesem Gegentreffer hätte der Ball von seiner Mannschaft besser geklärt werden müssen, "das war dann der zweite halbe Fehler" unterstrich Härtel noch einmal die Abgeklärtheit der Schalker Spieler. "Nach dem 2:0 hast du eine andere Sicherheit. Wir haben trotzdem alles probiert."

Elfmeter zurückgenommen

Doch der Anschlusstreffer blieb aus. Auch, weil Schiedsrichter Arne Aarnink einen zunächst gegeben Handelfmeter wieder zurücknahm (75.). "Den Elfmeter kann man geben. Ich weiß nicht, warum der VAR da eingreift. Es war keine klare Fehlentscheidung", meinte Härtel und haderte: "Aber werden vom VAR nicht geküsst, müssen das so akzeptieren."

Nach der zweiten Niederlage in Serie gelte es nun, im Training und in Gesprächen mit den Spielern diese so aufzubauen, dass sie in den kommenden Duellen "mit brutaler Gier versuchen, den Ball über die Linie zu drücken". Ob dies Erfolg hat, wird sich am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel bei Holstein Kiel zeigen.

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