Thioune verärgert: "An Harmlosigkeit nicht zu überbieten"

Gegen den amtierenden Drittliga-Meister aus Osnabrück konnte der SV Wehen Wiesbaden als Mit-Aufsteiger seinen ersten Saisonsieg einfahren. Das schmechte VfL-Trainer Daniel Thioune naturgemäß nicht, denn gerade das offensive Verhalten seiner Mannschaft habe dem Übungsleiter überhaupt nicht gefallen.
Thioune wurde nicht überrascht
Auf fremden Plätzen ist der VfL Osnabrück noch nicht richtig in der 2. Bundesliga angekommen, nun folgte die dritte Auswärtspleite im vierten Anlauf. Dieses Mal ausgerechnet beim bislang sieglosen SV Wehen Wiesbaden. "Wer zwei Tore schießt und keines zulässt, der geht verdienterweise als Sieger vom Platz", konnte VfL-Trainer Daniel Thioune einen berechtigen Sieg für den Mit-Aufsteiger aus der 3. Liga nicht abstreiten.
Dabei sei der Auftritt der Wiesbadener keine Überraschung für den 45-Jährigen gewesen. "Wir haben nichts bekommen, was wir nicht erwartet haben. Wir wussten schon, dass wir auf einen sehr kompakten Gegner treffen werden und nicht die Räume haben, unseren Fußball zu spielen", erklärte Thioune - und seine Mannschaft fand letztlich wirklich keine Mittel, um das Abwehrbollwerk des Gegners zu knacken.
"Mit deutlich mehr Spielfreude agieren"
Der Fußballlehrer von der Bremer Brücke sah auch gute Momente seiner Mannschaft, die Kritik nach dem Abpfiff war dennoch berechtigt: "Das haben wir in der ersten Halbzeit noch gut kontrolliert, aber was komplett fehlte, war sich selber die Möglichkeiten herauszuspielen." Gerade in den Offensivbemühungen seien die Lila-Weißen "sehr träge" gewesen und "haben das Spiel sehr langsam nach vorne geschleppt". Insgesamt "waren wir über 90 Minuten an Harmlosigkeit im Kollektiv nicht zu überbieten."
Dass ausgerechnet gegen Wiesbaden, die bislang Schießbude der Liga stellten (23 Gegentore), kein eigener Treffer gelang, ärgerte Thioune dazu. "Gerade wenn man auf einen verunsicherten Gegner trifft, muss man mit deutlich mehr Spielfreude agieren. Das war der Schlüssel heute, da haben wir zu wenig gezeigt." Und gleichzeitig versprach der Coach aber: "Auch wir können uns schütteln und werden in der nächsten Woche wieder ein anderes Gesicht zeigen."
Taffertshofer erleidet Nasenbeinbruch
Dazu erhalten die Lila-Weißen am kommenden Montag (20:30 Uhr) die Gelegenheit, wenn Arminia Bielefeld zu Gast an der Bremer Brücke sein wird. Ob dann Emmanuel Taffertshofer mitwirken kann, entscheidet sich erst im Laufe der Woche - der Mittelfeldmann erlitt gegen Wiesbaden einen Nasenbeinbruch. "Stefan Aigner schubst mich in einen anderen Spieler rein, dann hatte ich das Knie im Gesicht", beschrieb der Betroffene gegenüber der "NOZ" die Szene in der 7. Spielminute, in der sich das Unglück ereignete. Taffertshofer spielte nach kurzer Behandlung dennoch durch, ob nun der Einsatz einer Spezialmaske für Montagabend reicht, wird sich zeigen.