"Tinnitus im Auge": FCK-Trainer Schuster vermisst taktische Disziplin

Zweimal lag der 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Magdeburg in Führung. Am Ende mussten sich die Roten Teufel beim spektakulären 4:4 im Heimspiel mit einem Punkt begnügen. FCK-Trainer Dirk Schuster konnte mit dem Punkt leben, war mit dem Auftritt seiner Elf jedoch gar nicht zufrieden.
"Haarsträubende Fehler"
Es ist schon kurios. Über Wochen und Monate hinweg war die Hintermannschaft des 1. FC Kaiserslautern das Prunkstück schlechthin. Aber ausgerechnet gegen Mitaufsteiger 1. FC Magdeburg fing sich die Defensive vier Treffer. "Das Spiel war ein wilder Ritt, ich will nicht sagen vogelwild. Teilweise war es eine Partie mit offenem Visier, teilweise aber auch mit haarsträubenden Fehlern", analysierte Dirk Schuster nach der Partie gewohnt nüchtern: "Wir haben teilweise gar nicht das taktische Verhalten gezeigt, dass wir uns vor der Partie vorgenommen hatten. Er wirkte es so, als ob wir machen was wir wollen."
Speziell für das Verhalten beim zwischenzeitlichen 1:2 in der 17. Minute fehlte dem ehemaligen Darmstädter jedes Verständnis. Magdeburg baute das Spiel zunächst flach über Torhüter Dominic Reimann auf und spielte die aufgerückten Pfälzer klassisch aus. Mo El-Hankouri nutzte die Gelegenheit mit der Picke aus kurzer Distanz. "In der Situation attackieren wir vorne, obwohl wir das gar nicht vorhatten. Das hat überhaupt nichts mit taktischer Disziplin zu tun". Schuster ärgerte sich vor allem deshalb, "weil es von dieser Sorte mehrere Szenen" gab.
Aus Schusters Sicht hatte der Fußballgott hatte ein Einsehen
Sein Team hätte mit diesen Fehlern das Spiel nach einer guten Anfangsphase unnötig aus der Hand gegeben. "Da bekommst du Tinnitus im Auge. Das war gar nicht schön anzusehen. In dieser Form waren wir mit dem 1:3 noch gut bedient", sagte Schuster mit einer Prise Sarkasmus. Zum Glück für die Pfälzer gelang dann noch kurz vor der Halbzeit das 2:3. Wie schon beim 3:1-Sieg bei der SpVgg Greuther Fürth bewies sein Team in der Phase, dass es sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen lässt. "Die Abläufe waren ähnlich wie in Fürth. Ich will das nicht jede Woche in der Halbzeitpause der Mannschaft rüberbringen", so Schuster.
Der FCK kam zurück, erzielte das 3:3 und kurze Zeit später das 4:3. Doch Boris Tomiak setzte mit seinem Eigentor in der 79. Minute zum 4:4 den unrühmlichen Schlusspunkt. "Wenn man sieht, wie wir die Führung erzielt haben, muss man zugeben, dass wir den Sieg auch nicht verdient gehabt hätten. Darum hat der da oben sich gesagt: Ok, noch ein Eigentor", verwies Schuster auf den Fußballgott: "Für uns war das einigermaßen gerecht. Wir können damit auch ganz gut leben." Am kommenden Sonntag kann der FCK im Spiel beim SV Sandhausen einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt weiter distanzieren. Dabei dürfte eine breite Fanunterstützung garantiert sein. Denn das BWT-Stadion am Hardtwald liegt nur knappe 100 Kilometer entfernt.