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"Tja, jetzt bin ich das": Feldhoff über Trainerwahl und Rettungsplan

© IMAGO / Nico Paetzel

Als neuer Cheftrainer soll Markus Feldhoff den Absturz des VfL Osnabrück in die 3. Liga verhindern. Auf sein Debüt an der Seitenlinie muss der Fußballlehrer noch warten, doch dafür traf der 46-Jährige bereits erste Personalentscheidungen. Den Verein beobachtete Feldhoff aufgrund von Sympathie bereits mehrere Jahre – und jetzt will er selbst die Rettung in die Hand nehmen.

Kein Qualitätsproblem

"Als der VfL jetzt einen Trainer suchte, war mein erster Gedanke: Hoffentlich haben sie jetzt das glückliche Händchen und finden den richtigen, der sie da rausholt", erklärte Feldhoff im "Kicker"-Interview, dass er den Verein schon allein wegen der Symapthie und vergangenen Verbundenheit stets verfolgte. Bekanntermaßen ist klar, wen die Wahl getroffen hat, was auch der Coach schmunzelnd vernahm: "Tja, und jetzt bin ich das." Nun muss Feldhoff die Negativspirale beenden, "deren Ursachen man oft nicht erklären kann". Klar ist nur, dass sie Sieglos-Serie mit neun Partien in Folge enden muss, um den VfL in der Klasse zu halten.

"Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv. Klar ist, dass wir kein Qualitätsproblem haben, die Spieler haben die Köpfe oben. Die Voraussetzungen sind gut", zeigte sich der 46-Jährige zu Amtsantritt zuversichtlich, dass die Mannschaft die Wende herbeiführen kann. Mit den bisherigen Verfehlungen wollte sich Feldhoff daher auch "gar nicht aufhalten", sondern den "Neuanfang" starten. Im Laufe dieses Kalenderjahres rutschte Osnabrück vom achten Platz bis auf den Abstiegs-Relegationsrang ab.

"Halben Schritt zurückgehen"

Für den Klassenerhalt will Feldhoff auf eine stabile Achse von fünf Spielern setzen, darunter Torhüter Philipp Kühn. Die Entscheidung für den bisherigen Stammkeeper betonte der Coach noch einmal deutlich: "Es ging nicht um die Abwägung der Fähigkeiten zweier Torhüter, sondern um die Frage: Wer gibt der Mannschaft jetzt die nötige Stabilität und den Rückhalt?" Youngster Moritz Nicolas, der sicherlich über das nötige Talent, aber möglicherweise nicht über die hilfreiche Erfahrung verfügt, muss sich weiter gedulden. Grundsätzlich wolle Feldhoff keine 180-Grad-Drehung in der Herangehensweise des VfL machen: "Das entspricht nicht den Stärken der Mannschaft und auch nicht ihrer Grundhaltung."

Trotzdem müsse die Mannschaft vielleicht einen "halben Schritt zurückgehen und Sicherheit mit einfachen Dingen aufbauen", um wieder in die Spur zu kommen. Um das Große und Ganze soll sich nicht jeder einzelne auf dem Platz kümmern: "Manchen tut es gut, wenn sie sich in erster Linie auf ihre Aufgaben konzentrieren." Und das gilt gleichermaßen für den neuen Übungsleiter, der erstmals einen Cheftrainer-Posten im Profi-Geschäft übernimmt. Feldhoff versicherte: "Ich habe nicht auf die erstbeste Chance gelauert." Am Sonntag (13:30 Uhr) wird der 46-Jährige erstmals an der Seitenlinie gegen Nürnberg coachen.