Trotz FCK-Traumstart: Mannschaft und Trainer üben Selbstkritik

Der ein oder andere FCK-Fan dürfte angesichts des Traumstarts bereits von der Rückkehr in die Bundesliga träumen. Trainer Dirk Schuster und seine Spieler bleiben jedoch auch nach dem 2:1-Sieg gegen den FC St. Pauli auf dem Boden.

"Sehr, sehr glücklicher Sieg"

Dass er als Trainer auch nach einem Aufstieg mit einer Mannschaft Erfolg haben kann, bewies Dirk Schuster ja bereits beim SV Darmstadt 98. Mit den Hessen schaffte er 2016 sensationell den Durchmarsch in die Bundesliga. Nun scheint er mit dem 1. FC Kaiserlautern auf einem ähnlich guten Weg zu sein. Sieben Punkte aus den ersten drei Spielen - damit hätte niemand gerechnet. Doch während der Betzenberg auf Wolke sieben schwebt, blieb der Trainer im Anschluss an den 2:1-Sieg gegen den FC St. Pauli kühl und gelassen.  Von Euphorie und Ausgelassenheit erkannte man in seinem Gesicht nicht den Hauch einer Spur:  "Es war ein sehr, sehr glücklicher Sieg. Wir haben denke ich das schlechteste Spiel gezeigt, seit ich hier in Kaiserslautern Trainer bin."

Durch "extrem schlampiges Passspiel und falsche Laufwege" habe seine Mannschaft den Ball immer wieder hergeschenkt und "viele falsche Entscheidungen getroffen". Die Lauterer hätten folglich "kaun Zugriff auf das Spiel" gehabt. Nicht nur der Trainer, sondern auch die Spieler blieben nach dem Spiel selbstkritisch. Torwart-Rückhalt Andreas Luthe räumte ein, dass "es nicht unser bestes Spiel" war. Noch deutlicher wurde Marlon Ritter: "Natürlich freut man sich, wenn man gewinnt. Aber wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht." Ist das nun Understatement oder waren die Pfälzer wirklich so schlecht, wie die Beteiligten es beschrieben? Zumindest in der ersten Hälfte war Kaiserslautern überlegen, ohne dabei den Gegner an die Wand zu spielen. Zehn Minuten lang wartete der Aufsteiger ab, dann schlug Terrence Boyd per Kopf mal wieder zu. Der frühere Hallenser verwertete bereits in der 10. Minute eine Flanke von Erik Durm, der vor der Spielzeit von Eintracht Frankfurt zum Traditionsverein gewechselt war. Lautern präsentierte sich im Anschluss selbstbewusst. Um ein Haar hätte Boyd weniger Minuten später ein Doppelpack geschnürt, zielte jedoch knapp vorbei.

Mahnende Beispiele

Nach dem Wechsel beschränkte sich Kaiserslautern vorwiegend auf die Defensive. Pauli kam bis zum gegnerischen Strafraum. Dort einmal angelangt, verpufften die Angriffe jedoch an der  starken Lauterer Hintermannschaft. Kurz vor dem Spielende bewies Boyd, dass er nicht nur Tore schießen, sondern auch einleiten kann. Mustergültig setzte er Kenny Prince Redondo in Szene, der den Ball mit Wucht versenkte.  Die Partie schien schon gelaufen zu sein, als Hamburg doch nochmal zuschlug. Jakov Medic verwandelte eine Ecke in der 88. Minute per Direktabnahme. Beim FCK bleiben die 40 Punkte weiterhin die Zielmarke. Eigentlich könnten die Lauterer nun von mehr träumen.

Doch es gibt mahnende Beispiele. Vor zwei Jahren startete startete der VfL Osnabrück mit 19 Punkten aus 11 Spielen in die Saison, stieg am Ende ab. In der vergangenen Spielzeit ereilte Lauterns vergangenen Relegationsgegner Dresden ein vergleichbares Schicksal. Nach vier Spieltagen standen bereits 10 Punkte auf dem Konto. Daran denkt auch Boyd: "Wir wissen alle, dass Dresden in der vergangenen Saison lange Zeit ganz oben stand. Wie es ausgegangen ist, weiß jeder."

 

 

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