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Union zwischen Trotz und Entschlossenheit: “Hauen noch zweimal alles raus“

Für Frust über die verspielte Chance auf den direkten Bundesliga-Aufstieg hat Union Berlin keine Zeit. Angesichts des Relegations-Showdowns mit dem Erstliga-Drittletzten VfB Stuttgart am Donnerstag und kommenden Montag wollen die Köpenicker die Enttäuschung über das verlorene Fernduell mit dem SC Paderborn durch das 2:2 beim VfL Bochum möglichst schnell abhaken und noch einmal alle Kräfte für das immerhin noch nicht unerreichbare Ziel bündeln.

Trimmel: "Das ist bitter und tut richtig weh"

"Ich kann jedem versprechen, dass wir noch zweimal alles raushauen werden“, sagte Berlins Kapitän Christopher Trimmel in der Berliner Morgenpost gleichermaßen trotzig wie entschlossen: "Das wird spannend.“

Gleichwohl saß der Stachel tief. Niedergeschlagen bemühten sich die Spieler von Union-Coach Urs Fischer kurz nach dem Schlusspfiff in Bochum um Worte für ihre Ernüchterung. "Das ist bitter und tut richtig weh“, beschrieb Torhüter Rafal Gikiewicz die Gemütsverfassung seines Teams. Auch Fischer gestand auf Nachfrage "eine große Leere“ ein.

Die Enttäuschung war nur allzu verständlich. Denn Paderborn hatte Berlin durch sein 1:3 bei Dynamo Dresden nicht nur zum Sprung auf den zweiten Platz der Abschlusstabelle und damit auch ins deutsche Oberhaus eingeladen, sondern Union selbst noch nach dem aufgeholten 0:2-Rückstand gute und beste Möglichkeiten zum entscheidenden Treffer ungenutzt gelassen. Letztlich fehlte den Berlinern denn auch nur ein einziger Treffer zur Endstation Sehnsucht.

"Wir hätten“, konstatierte Fischer später sichtlich zerknirscht, "mehr mitnehmen müssen. Fußball ist nicht immer ein Wunschkonzert. Die Mannschaft ist nochmal zurückgekommen und dem 3:2 sehr nahe gewesen. Zum Schluss hat es leider nicht gereicht.“

Ausreichend Einfühlungsvermögen benötigt der Coach in der Vorbereitung auf die Duelle mit Stuttgart. Der Schweizer will sich um eine Balance zwischen persönlicher Frustverarbeitung seiner Spieler und der notwendigen Einstimmung auf die entscheidenden Begegnungen um einen Platz in der deutschen Eliteklasse bemühen, wie Fischer schon kurz nach Spielende andeutete: "Im Moment ist es auch mal an der Zeit, nichts zu sagen und die Ruhe zu bewahren. Du findest ohnehin nicht die richtige Worte. Das bringt nichts.“

Tatsächlich ist für Berlin auch noch nicht alles verloren. Zwar verloren die Köpenicker in Bochum außer zwei Punkten zumindest gefühlt auch das Momentum der vergangenen Wochen, doch konnte auch Stuttgart auf der Zielgeraden der Bundesliga nur mäßig überzeugen und sich vorrangig auch aufgrund der Schwäche seiner Konkurrenten wenigstens noch auf den Relegationsplatz retten.

Allerdings spricht die Statistik der Relegation seit der Wiedereinführung der Duelle vor zehn Jahren nicht gerade für Berlin: In acht von bisher zehn Vergleichen setzte sich der Bundesligist gegen den Zweitligisten durch, zuletzt sogar sechsmal hintereinander. Als letzter Zweitligist schaffte Fortuna Düsseldorf 2012 das Kunststück, über die Relegation ins Oberhaus zu gelangen.