Unten drin, statt oben dabei: 96-Elf "kann ich heute wenig vorwerfen"
Hannover 96 taumelt. Nach einem zufriedenstellenden Saisonstart verlor die Elf von Cheftrainer Kenan Kocak am vergangenen Sonntag erstmals zuhause. Binnen vier Minuten kassierten die Niedersachsen einen Elfmeter, ein Eigentor und einen Kopfballtreffer, sodass die Pleite ame Ende deutlich wurde. Aber der Coach wollte seinem Team dieses Mal keinen Vorwurf machen.
Statistik sprach für Hannover
Nach dem "96-unwürdigen" Auftritt gegen die Würzburger Kickers in der Vorwoche war Cheftrainer Kenan Kocak, der die Partie wegen eines Hexenschusses verpasste, angefressen. Dieses Mal stand sogar eine deutliche 0:3-Pleite gegen Holstein Kiel auf dem Papier, noch dazu verlor das beste Heimteam zum ersten Mal in der heimischen Arena. Kocak äußerte sich nach der Partie dennoch bedacht, wie es auf der Vereinshomepage heißt: "Ich kann der Mannschaft heute wenig vorwerfen. Sie hat bis zum 0:1 ein richtig gutes Spiel abgeliefert."
Dieses Gegentor fiel in der 56. Spielminute, vier Zeigerumdrehungen später war die Partie in ihrer Deutlichkeit bereits entschieden. Die Statistik bestätigt Kocaks Aussage jedoch, allein in den Torschüssen verbuchte Hannover doppelt so viele Abschlüsse wie Kiel. Das Fazit des Cheftrainers: "Wir haben es versäumt, in der ersten Halbzeit unsere zahlreichen Torchancen zu verwerten."
"Nicht einfach zu verarbeiten"
Drei Gegentreffer binnen vier Minuten, gepaart mit einem Platzverweis gegen Simon Falette, war dann für die 96er nicht mehr aufzuholen. "Es folgen in der zweiten Halbzeit diese kuriosen fünf, sechs Minuten, in denen wir den Elfmeter bekommen, direkt mit der nächsten Aktion das 0:2 durch ein Eigentor bekommen und dann auch noch Holstein Kiel mit der nächsten Chance eiskalt und effektiv ist und auf einmal steht es 0:3", fasste Kocak die Ereignisse des zweiten Abschnitts zusammen, die Hannover letztlich in die Knie zwang.
Dass seine Mannschaft das "heute nicht einfach zu verarbeiten" hatte, war für den Coach klar. "Aber was die Mentalität, den Einsatz, Willen und auch die Bereitschaft angeht, da kann ich der Mannschaft heute keinen Vorwurf machen", betonte der 39-Jährige mit Blick auf die letzten Wochen. In der Formkurve geht es für Hannover derweil steil nach unten, kein Team zeigte sich in den letzten vier Partien schwächer. Den ambitionierten Hannoveranern muss der Turnaround möglichst bald gelingen, sonst werden Erinnerungen an die letzte Saison ganz schnell wach. Am kommenden Wochenende warten dafür die ebenfalls kriselnden Elbstädter vom Hamburger SV.