"Unterm Strich scheiße": St. Pauli ärgert sich über das Pokal-Aus
Trotz früher Führung unterlag der FC St. Pauli am Dienstagabend dem Bundesligisten Union Berlin mit 1:2 und hat dadurch den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals verpasst. Insbesondere zwei Ausrutscher wurden den Hamburgern dabei zum Verhängnis, was Spieler und Trainer hinterher besonders ärgerte und Torhüter Dennis Smarsch gegenüber "Sky" mit dem Wort "Scheiße" deutlich kommentierte.
Zwei Ausrutscher kosten St. Pauli den Sieg
Nach einer tollen Freistoß-Variante und dem frühen Treffer durch Daniel-Kofi Kyereh (27.) durfte der FC St. Pauli am Dienstagabend kurzzeitig vom Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals und dem größten Erfolg seit der Saison 2005/2006 in diesem Wettbewerb träumen. Schließlich war bis hierhin nichts von einem Klassenunterschied gegen den Bundesligisten Union Berlin zu spüren, der in seinem eigenen Stadion auch nicht gerade ein Offensiv-Feuerwerk abbrannte. Dennoch ging es schließlich mit einem 1:1 in die Kabine, weil Torhüter Dennis Smarsch kurz vor dem Halbzeitpfiff bei einem Klärungsversuch wegrutschte und Sheraldo Becker damit dessen Ausgleichstreffer ermöglichte (45.).
"Ich bin zwar ausgerutscht, aber ich habe den Ball noch halten können mit meinem linken Hacken. Als Fehler würde ich es nicht sehen - aber es ist ein beschissenes Gefühl, dann hinter sich zu greifen. Das tut weh. Es lief unterm Strich scheiße", erklärte der 23-jährige Torhüter, der bei St. Pauli in dieser Spielzeit bisher lediglich im Pokalwettbewerb zum Einsatz kam, hinterher gegenüber "Sky" und verwendete das Wort "Scheiße" dann noch ein weiteres Mal, um das Endergebnis zu kommentieren. Denn nachdem auch Jakov Medic ausgerutscht war und der eingewechselte Andreas Voglsammer getroffen hatte (75.), unterlag der Kiezclub schließlich mit 1:2 und schied damit aus dem Pokal aus.
"Die kleinen Fehler werden auf so einem Niveau bestraft"
"Die kleinen Fehler, die wir gemacht haben, werden auf so einem Niveau bestraft. Dementsprechend fahren wir nach Hamburg zurück und müssen damit leben, dass wir ausgeschieden sind", sah es St. Paulis Cheftrainer Timo Schultz in der Mixed Zone hinterher schon etwas pragmatischer, indem er auch schon wieder auf die kommenden Aufgaben in der Liga verwies. Dennoch hatten seine Spieler noch ein wenig an der Pleite zu knabbern. "Es ist auch bitter, weil wir eine sehr gute Struktur im Spiel hatten und gut verteidigt haben. Wir wussten, was uns erwartet und das Team hat es gerade defensiv sehr gut gemacht. Darüber hinaus hatten wir auch eigene Chancen", meinte beispielsweise Simon Makienok, der letztlich aber auch betonte, dass man trotzdem stolz auf die eigene Leistung sein könne.
Und tatsächlich bleibt dem Kiezclub auch weiterhin die Liga, die nach wie vor das Potential besitzt, um am Ende sogar mehr als ein Trostpflaster zu sein. Schließlich besitzt St. Pauli als Dritter noch alle Möglichkeiten, um den Aufstieg in die Bundesliga aus eigener Kraft zu realisieren. Ein weiterer Schritt in diese Richtung kann am Samstag im Heimspiel gegen den Karlsruher SC gemacht werden, dem nach dem Pokal-Aus nun die volle Konzentration gilt.