• Facebook
  • Twitter

VfB lässt Dominanz vermissen: "Manchmal muss man ein Tor erzwingen"

Drei Niederlagen in Folge musste der VfB Stuttgart hinnehmen, ehe man sich mit einem Sieg gegen Dynamo Dresden rehabilitierte. Doch nur eine Woche darauf setzte es für das Team von Trainer Tim Walter die nächste Niederlage bei einem der vermeintlich "Kleinen".

"Ein Kopf- und kein Qualitätsproblem"

Bis zum 8. Spieltag lief in Stuttgart alles wie gemalt, nach dem 1:0-Sieg gegen Verfolger Bielefeld schien der Weg für die Schwaben vorprogrammiert zu sein. Dann setzte es eine überraschende Pleitenserie, die in der vergangenen Woche eigentlich zu den Akten gelegt wurde. Doch in Osnabrück wartete das böse Erwachen, wie Trainer Tim Walter sah: "Insbesondere in der ersten Halbzeit haben wir dieses Spiel nicht so angenommen, wie man es annehmen muss, wenn man bei so einer Atmosphäre gegen einen Aufsteiger antritt."

Haben die Stuttgarter ein Mentalitätsproblem? Drei der vier Saisonniederlagen erfolgten gegen Wiesbaden, Kiel und Osnabrück – allesamt Gegner, die zum Zeitpunkt der Spiele nicht vor Selbstbewusstsein strotzten. "Uns hat es heute ein Stück weit gefehlt, uns gegen die eklige Spielweise des Gegners zu wehren", gestand Philipp Klement die offensichtlichen Schwächen in der Stuttgarter Offensive ein: Gegen tiefstehende Gegner fehlen die nötigen Mittel. Für Klement liegt der Verdacht nahe: "Dass wir unsere Torchancen nicht nutzen, ist womöglich eher ein Kopf- und kein Qualitätsproblem."

VfB fehlt Konsequenz

Zugegebenermaßen waren die Spielanteile zwischen Osnabrück und Stuttgart klar zu Gunsten des VfB verteilt. Der Schock des frühen Rückstandes war also auch nicht das Problem. "Dennoch haben wir uns nach dem frühen Rückstand wieder viele Chancen erarbeitet. Im Torabschluss hat dann nicht nur das Glück, sondern auch die letzte Konsequenz gefehlt", bemängelte Walter daher und gab vor: "Manchmal muss man ein Tor auch erzwingen." Was den Stuttgartern aber nicht gelang – erneut.

Und das kritisierte der Cheftrainer: "Da haben wir unsere Chancen teilweise leichtfertig vergeben. Dieses Thema verfolgt uns jetzt schon eine Weile und wir werden das in der kommenden Pflichtspielpause intensiv angehen." Denn der Sand im Stuttgarter Getriebe entwickelt sich allmählich zu ganzen Steinen. Nicht von ungefähr kommt es, dass Stuttgart mit 20 Toren und 18 Gegentreffern eine nahezu ausgeglichene Bilanz hat – in kaum einem Spiel dominierten die Schwaben durchweg oder spielten den Gegner regelrecht an die Wand. Bislang war das auch nicht notwendig gewesen, solange die Ergebnisse stimmten. Doch der Stuttgarter Anhang würde sich über eine souveräne Aktion wohl nicht beschweren.