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VfB Stuttgart: Kein "Spiel null" gegen Bielefeld gewesen

© imago images / Eibner

Vor zwei Wochen fand das letzte Fußballspiel in Deutschland vor Publikum statt, es war die Partie zwischen dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld. Dass es sich dabei um ein sogenanntes "Spiel null" handele, bei dem das Coronavirus erst richtig verbreitet wurde, streitet VfB-Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger im Nachhinein ab.

"Es ist schon beängstigend"

Die rasant steigende Zahl von Infizierten in Italien schockiert die Welt, noch größer ist die Angst vor der immensen Todesrate im deutschen Nachbarland. "Ich verfolge die Zahlen auch immer", erklärte VfB-Vorstand Thomas Hitzlsperger im Interview mit "Sky" und ergänzte: "Wenn man sieht, wie in einzelnen Ländern und Regionen die Todesfälle hochgehen, ist es schon beängstigend."

Dass ausgerechnet der VfB Stuttgart beim letzten Spiel vor Publikum beteiligt war, stehe in keinem Vergleich zu den Ereignissen in Italien. Dort gilt die Champions-League-Partie zwischen Atalanta Bergamo und dem FC Valencia als sogenanntes "Spiel null", weil die Infektionszahlen in Bergamo zwei Wochen nach dieser Partie "explodiert" seien. Hitzlsperger scheute den Vergleich: "Vor zwei Wochen war die Welt noch eine ganz andere – vor allem hier in Deutschland."

Austragung unter enger Absprache

Im Raum steht die Kritik, dass das Spiel zwischen Stuttgart und Arminia Bielefeld am 9. März möglicherweise doch nicht so verantwortungsbewusst war, wie es kommuniziert wurde. Schon zwei Tage darauf fand das Rheinderby zwischen Gladbach und Köln vor leeren Rängen statt. In einer Mitteilung vor dem Spiel hatten die Schwaben noch an die eigenen Fans appelliert: "Der VfB Stuttgart vertraut der persönlichen Gesundheitseinschätzung aller Stadionbesucher."

Auch im Nachhinein ist Hitzslperger von dem Vorgehen seines Vereins überzeugt. "Es ist wichtig, wie wir diese Entscheidung getroffen haben", verweist Hitzlsperger auf den Ablauf im Hintergrund, der für eine Austragung des Spiels sprach: "Wir waren im ständigen Austausch mit den Ministerien und haben nachgefragt, ob es vertretbar ist. Wir haben keine Entscheidung getroffen, wo wir uns über andere hinweggesetzt haben." Man habe so gehandelt, dass die Gesundheit an erster Stelle steht – deswegen habe sich der VfB nichts vorzuwerfen.

Zeitgleich zur Zweitliga-Partie zwischen dem Ersten und Zweiten um 20:30 Uhr fand auch in der 3. Liga ein Spiel im Ostseestadion statt. Dort trafen Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig vor 12.297 Zuschauern aufeinander. Die Kulisse in Stuttgart betrug 54.302 Zuschauer.