VfB verpasst Pokal-Coup: "Hätte beide Richtungen ausgehen können"

Fünf Tore erzielte Bayer Leverkusen am Mittwochabend gegen den VfB Stuttgart, doch nur drei von ihnen zählten und eines war ein Geschenk von VfB-Keeper Fabian Bredlow. Beim Tabellenfünften der Bundesliga verkauften sich die Schwaben äußerst teuer, konnten sich am Ende aber nicht belohnen - denn zwei Tore reichten Leverkusen zum Weiterkommen.

Stuttgart schlägt sich selbst

Erst in der 85. Minute war Silas Wamangituka für den VfB Stuttgart erfolgreich, aber das Tor des Kongolesen reichte dem Zweitligisten nur noch als Anschlusstreffer in einer denkwürdigen Pokalpartie gegen Bayer 04 Leverkusen. Insbesondere in der ersten Hälfte waren die Stuttgarter das tonangebende Team. "Wir haben ein gutes Pokalspiel gesehen, das in beide Richtungen hätte ausgehen können", befand daher auch VfB-Cheftrainer Pellegrino Matarazzo, dass sich seine Mannschaft gegen den klassenhöheren Gegner gut geschlagen habe. Einzig das Tor fehlte.

Die Treffer fielen dafür am laufenden Band auf der anderen Seite, jedoch drei Mal hintereinander aus Abseitsposition und ausgerechnet VfB-Stürmer Mario Gomez, der in der Vergangenheit keine glückliche Beziehung zum Videobeweis hatte, konnte sich dieses Mal über die technische Unterstützung freuen. Bis Fabian Bredlow den Leverkusenern unfreiwillig Hilfestellung leistete und den Ball selbst in die Maschen faustete.

"Beim 0:1 komme ich raus und denke, dass ich den Ball gut fausten kann, dann spüre ich einen Kontakt am Oberschenkel, wodurch ich aus dem Gleichgewicht komme", erklärte der Unglücksrabe, doch Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus gab den Treffer zurecht, weil sich eher Bredlow auf seinem Gegenspieler aufgestützt hatte.

"Eine gewisse Kontrolle gehabt"

"Es war mit Sicherheit eine unglückliche Situation", räumte der Stuttgarter Ersatzkeeper ein, der danach noch einen weiteren Treffer schlucken musste - dieses Mal eine Bogenlampe von Lucas Alario, die sich unhaltbar ins Tor senkte. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht und Leverkusen vor enorme Probleme gestellt", lenkte Ex-Bayer Gonzalo Castro die Gedanken des Stuttgarter Umfelds auf die positiven Aspekte des Spiels.

Frei von Selbstkritik wollte sich 32-Jährige aber nicht machen: "Am Ende hat uns die Kaltschnäuzigkeit, die Leverkusen hatte, gefehlt. Wir konnten uns für unseren Einsatz nicht belohnen." Das soll jetzt wieder im Liga-Alltag besser werden. "Ich bin stolz auf die Leistung der Jungs. Wir haben in jeder Phase des Spiels eine gewisse Kontrolle über die Offensive des Gegners gehabt", sah Matarazzo schon im dritten Match unter seiner Regie eine deutliche Verbesserung, immerhin konnte man die Leverkusener lange unter Druck setzten.

Aber auch der US-Amerikaner ärgerte sich natürlich: "Wir haben gleich in der ersten Minute eine gute Chance, mit der wir das Spiel in die richtige Richtung hätten kippen können und haben am Ende noch die Gelegenheit zum Ausgleich." Bis zum nächsten Zweitliga-Match am Samstag (13 Uhr) gegen Erzgebirge Aue steht deshalb wohl 'Kaltschnäuzigkeit' auf dem Trainingsplan.

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