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VfL Bochum: Spieler und Geschäftsführung verzichten auf Gehalt

© imago images / Pressefoto Baumann

Sportvorstand Sebastian Schindzielorz ist derzeit ein gefragter Mann beim VfL Bochum. Der Manager muss das Home-Office der Spieler koordinieren und die Kaderplanung bedenken. Derweil haben sich Spieler, Trainer und Geschäftsführung dazu entschlossen, auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten.

"Alles andere muss hinten anstehen"

Inklusive der Leih-Spieler enden beim VfL Bochum zum Saisonende elf Spielerverträge, um eine konkrete Kaderplanung für die kommende Spielzeit kann sich Sport-Vorstand Sebastian Schindzielorz aktuell aber gar nicht kümmern. "Die gesamten Vertragsgespräche liegen auf Eis", macht der 41-Jährige in der "Bild" deutlich, dass eine normale Planung kaum möglich ist. Für Schindzielorz ist das die einzig richtige Herangehensweise: "Die Gesundheit steht nun im Mittelpunkt. Alles andere muss erst mal hinten anstehen."

Trotzdem muss sich der Sport-Vorstand seine Gedanken machen, denn irgendwann geht das Fußball-Geschäft wieder weiter. "Wir befinden uns alle in einer Ausnahmesituation, die demzufolge auch besondere Maßnahmen erfordert", will sich Schindzielorz in seiner Kreativität im Umgang mit der Coronakrise selbst daher keine Grenzen setzen.

Gehaltsverzicht

Dazu obliegt Schindzielorz auch die Steuerung des Home-Office der VfL-Profis. Trainingspläne bekommen die Kicker vom Profi-Team, den Rest behält Schindzielorz im Auge. "Die Truppe kontaktiert sich per Telefon und anderen Medien untereinander. Man hilft sich so gegenseitig", kennt der 41-Jährige die Mechanismen, die sich zwischen den Akteuren in den heimischen vier Wänden abspielen. Für Schindzielorz beruhigend: "Die meisten haben ihre Familien auch bei sich. Sie kommen schon klar."

Aufgrund der zu erwartenden finanziellen Einbußen haben sich die Spieler, das Trainerteam sowie die Geschäftsführung bereit erklärt, bis zum 30. Juni auf Teile ihres Gehalts zu verzichten. "Die Spieler und Trainer sind auf uns zugekommen und haben erklärt, dass sie sich solidarisch zeigen und freiwillig ihren Beitrag dazu leisten wollen, um den VfL in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen", erklärt Schindzielorz auf der Homepage des Zweitligisten und bekräftigt, dass sich diesem Solidaritätsgedanken auch die Geschäftsführung anschließen wird. "Es ist eine Ausnahmesituation, in der wir uns befinden, und da sind außergewöhnliche, verantwortungsvolle Maßnahmen jeder Art herzlich willkommen und zu begrüßen."

*In der ersten Version des Artikels war davon die Rede, der VfL Bochum habe Kurzarbeit beantragt. Das ist nicht zutreffend.