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VfL Bochum: "Selbstreinigungsprozess" im Fußball steht an

© imago images / Eibner

Finanzvorstand Ilja Kaenzig und Sportvorstand Sebastian Schindzielorz sind beim VfL Bochum derzeit die wichtigsten Männer, um den Verein in der Coronakrise aufrecht zu erhalten. In einem offenen Brief wandte sich die VfL-Geschäftsleitung jetzt an die Fans.

Täglicher Krisenstab in Bochum

Täglich stellt das Coronavirus die Fußballwelt vor eine neue Herausforderung, in der auch der VfL Bochum vor der schwierigen Aufgabe steht, den Verein wirtschaftlich in der spielfreien Zeit am Leben zu erhalten. "Der Profifußball wird einen Selbstreinigungsprozess durchlaufen", zeigen sich die Verantwortlichen der Bochumer, in Person von Ilja Kaenzig und Sebastian Schindzielorz, vorbereitet auf einen Wandel im Profi-Fußball. Die VfL-Chefs sind sicher: "Vieles mit Entertainment-Charakter wird zukünftig wegfallen, man wird demütiger auftreten. Das ist aus unserer Sicht nicht schlimm."

Schlimm, gar eine Katastrophe wäre es, wenn "der VfL Bochum 1848 als traditioneller Bundesliga-Standort verschwände". Damit das nicht passiert, sitzen die Verantwortlichen rund um Geschäftsführung und Geschäftsleitung täglich zusammen. "Schon vor den ersten Spieltagsabsagen haben wir uns mit der Thematik befasst, seit der Verlegung des Heimspiel gegen Heidenheim tagt der Krisenstab", erklärt der VfL jetzt die Arbeiten im Hintergrund in einem offenen Brief an die Fans. Und diese Tagung findet tatsächlich täglich statt.

Dank an alle Krisenhelfer

"Diesen Ort, unser Schmuckkästchen, wieder gefüllt zu erleben, wenn VfL-Spiele ausgetragen werden, ist das Ziel, auf das wir hinarbeiten", ist die Marschroute der VfL-Führungsebene in der Krisenzeit klar erkennbar. Und dafür sehen sich die Bochumer auf dem richtigen Weg: "Gute Organisation ist die Basis, um mit Hochdruck an Konzepten und Lösungen arbeiten zu können. Diese Basis haben wir beim VfL."

Ein großes Dank gehört daher den Fans, Spieler und Trainer und alle Helfer in der schwierigen Zeit, an die sich die Worte auf der Homepage des VfL Bochum richten. Denn die Mannschaft um Cheftrainer Thomas Reis habe sich zu Gehaltsverzichten bereiterklärt, ohne den Verein dabei in die Kurzarbeit zu bringen. Und virtuelle "Geistertickets" wurden von den Fans auch schon gekauft. Nicht nur, um dem Verein zu helfen, sondern auch den Ärzten, Polizei, Pflegepersonal oder Supermarkt-Mitarbeiter zu danken. "Diesem Dank schließen wir uns an, nicht nur durch Abspielen von Herbert Grönemeyers Hymne „Bochum“ im menschenleeren Vonovia Ruhrstadion", richtet sich der VfL mit ehrlichen Worten an all diejenigen. Immer in der Hoffnung, dass das normale Leben bald für alle zurückkehrt.