VfL stresst den VfB: "Sehr frech, sehr mutig"

Nach sieben Spielen ohne Sieg konnte der VfL Osnabrück am vergangenen Wochenende endlich wieder einen Dreier einfahren - ausgerechnet gegen den favorisierten VfB Stuttgart. Besonders die Defensivtugenden der Lila-Weißen spielten dem Team von Trainer Daniel Thioune dabei in die Karten.

"Haben keine Angst"

An der Bremer Brücke feierte der VfL Osnabrück am Samstag den dritten Heimsieg der Saison - und es war ein besonderer, denn als Verlierer ging der hochfavorisierte VfB Stuttgart vom Platz. "Es war unheimlich wichtig, dass wir einen Dreier holen. Es war lange her und wir waren wieder dran. Auch, wenn es der große VfB ist, aber da haben wir keine Angst vor", blickte Matchwinner und Schlussmann Philipp Kühn am Ende auf das große Gesamte zurück.

Der VfL-Keeper war insbesondere im zweiten Durchgang der sichere Garant zwischen den Pfosten, sodass die Lila-Weißen trotz Sturm und Drang der Stuttgarter standhielten. "Natürlich freu ich mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Aber das ist auch meine Aufgabe und mein Job", wollte Kühn gar kein großes Lob hören - dass er es sich verdient hatte, daran zweifelten die Fans der Bremer Brücke nicht. Die Belohnung folgte: "Es ist ein schönes Gefühl, hier vor den Fans auf den Zaun zu dürfen."

Thiounes hat neues Credo

Auch VfL-Coach Daniel Thioune konnte dem 1:0-Sieg eine Menge abgewinnen. "Von Beginn an habe ich das gesehen, was ich eingefordert habe: Sehr frech, sehr mutig", wusste der Auftritt zu gefallen, das frühe Tor in der vierten Minute war der Lohn: "Wir hatten dann früh einen richtig guten Moment und dann sind wir in Führung gegangen. Das motiviert umso mehr, um mehr Intensität an den Tag zu legen und alles reinzuhauen, was man hat." Mit der Führung sei die Leidenschaft bestärkt worden, die Kicker hätten den nötigen Mut und die Aggressivität auf den Platz gebracht.

Damit habe man den VfB "gestresst" - wohl Thiounes neues Credo. Und das hat die Mannschaft bereits verinnerlicht. "Wenn man ein Spiel gegen den VfB gewinnen will, dann muss man viele Tore schießen", erläuterte Thioune den üblichen Weg, mit dem die Stuttgarter zu bezwingen seien. Aber bei den Osnabrückern reichte ein Treffer: "Und wenn man nur eines schießt, braucht man sehr, sehr viel Glück und einen sehr guten Torwart. Den haben wir gehabt." Mit harter Arbeit habe man sich den Erfolg nach sieben sieglosen Spielen verdient, der Coup gegen die Stuttgarter sei damit kein Zufallsprodukt. Weiter geht es für den VfL nach der Länderspielpause beim Vereins-Namensvetter aus Bochum.

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