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VfL zahlt Lehrgeld: "Klar, wir hatten uns mehr versprochen"

Der VfL Osnabrück kehrte am Samstag in die 2. Bundesliga zurück und lieferte eine sehenswerte Leistung ab – bis zum Gegentreffer, der den Ausgleich bedeutete. Nach einem Platzverweis gab die Mannschaft von der Bremer Brücke dann die Partie aus der Hand, was Trainer Daniel Thioune "ankommen" ließ.

Bremer Brücke macht FCH Spaß

Nach acht Jahren wurde an der Bremer Brücke in Osnabrück wieder Zweitliga-Fußball gespielt, zumindest dem Gast aus Heidenheim hat der Auftritt dort Spaß gemacht. "Es macht Spaß hier zu spielen – das wollte ich eigentlich vermeiden", gab Trainer Daniel Thioune mit einem kleinen Augenzwinkern in Richtung FCH-Trainer Frank Schmidt zurück, der zuvor seine Einschätzung zum 1:3-Auswärtssieg seiner Heidenheimer gegen den Drittliga-Meister abgab. In der Pressekonferenz betonte Thioune, dass er keine schlechte Partie von seiner Mannschaft gesehen habe und mit dem Auftritt zufrieden war.

"Wir haben dem Gegner kaum Ballbesitzzeiten in unserer Hälfte zugestanden", sah der Aufstiegscoach eine entsprechende Leistung in der Anfangsphase. Der Spaß war bis dahin auf Seiten des VfL Osnabrück zu finden, in der Halbzeitpause "waren wir grundsätzlich mit allem zufrieden". Die Lila-Weißen belohnten sich mit dem Führungstreffer von Anas Ouahim, dann kam aber die Wende. "Hinten raus haben wir gesehen, wie effizient, effektiv diese 2. Bundesliga ist", schätzte auch Daniel Thioune die Entwicklung der letzten halben Stunde realistisch ein.

"Vielleicht mehr verdient"

Zunächst glich Heidenheim per abgefälschtem Schuss aus, dann flog Neuzugang Kevin Wolze mit der Ampelkarte vom Platz. "Im Übereifer hat er gefoult und dann völlig berechtigt auch gelbwürdig gefoult. Da muss er sich fragen, ob er in den Räumen so hingehen muss, aber das weiß er selbst am besten", nahm sich der Cheftrainer seinen neuen Schützling zur Brust, ohne ihm die Schuld zuzuschreiben. Schon vorher habe der VfL die entscheideneren Fehler gemacht. "Wir hatten aus dem hohen Pressing keine Ballgewinne gehabt, um im Torraum wirklich gefährlich werden konnten", analysierte Thioune die Spielweise in letzten Drittel, in dem die Heidenheimer stärker wurden.

Am Ende kassierte Osnabrück nicht nur den Treffer zum Rückstand, sondern auch ein weiteres Tor in der Nachspielzeit – das Ergebnis sieht damit schlimmer aus, als es das Spiel der Osnabrücker eigentlich verdient hatte. "Das Dritte können wir uns schenken", konnte Thioune seiner Mannschaft die Ergebnishöhe verzeihen. Nun habe der VfL sein Lehrgeld aber gezahlt: "Wir sind angekommen, zwar mit kleinen Dämpfer und ein bisschen Enttäuschung. Klar, wir hatten uns mehr versprochen. Vielleicht hätten wir auch ein bisschen mehr verdient, aber insgesamt müssen wir das tragen." Sportlich gesehen geht es dann am Freitag (18.30 Uhr) gegen den SV Sandhausen weiter.