"Vielleicht ein klein bisschen Favorit": FCK im Heimspiel gefordert
In Hamburg holte der 1. FC Kaiserslautern das sechste Unentschieden in Folge, nun soll am Betzenberg wieder ein Heimsieg her. Im Duell mit dem SSV Jahn Regensburg (Sonntag, 13:30 Uhr) sieht FCK-Cheftrainer Dirk Schuster seine Mannschaft sogar zum ersten Mal leicht favorisiert. Einfacher macht das die Aufgabe aber nicht.
"Werden es uns brutal schwierig machen"
Dirk Schuster ist als optimistischer Vertreter seiner Zunft bekannt. Sechs Zähler durch sechs Remis bewertet der 54-Jährige daher stets positiv - unabhängig, ob eine höhere oder niedrigere Punktzahl gerechtfertigt wäre. "Man sollte immer das große Ganze sehen. Deswegen fange ich nicht an, groß nachzukatern", hielt Schuster in der Spieltags-Pressekonferenz fest. Der Blick ging deswegen einzig und allein auf Regensburg voraus. Und: "Zum ersten Mal sind wir vielleicht mal ein klein bisschen in der Favoritenrolle aufgrund der letzten Ergebnisse und der Tabellensituation."
Während der Lautrer Remisserie holte die Jahnelf nur fünf Punkte. Trotzdem rechnet Schuster mit einer großen Herausforderung am Betzenberg, wenn die Regensburger vor über 30.600 Zuschauer zu Gast sein werden. "Das ist eine Mannschaft, die sehr homogen ist und weiß, die die 2. Liga geht. Sie werden es uns brutal schwierig machen", ahnte der FCK-Cheftrainer. Deshalb war die Forderung des Fußballlehrers an seine Mannschaft auch eindeutig: "Wir brauchen auf der einen Seite die Stabilität. Diese Defensivarbeit aller Spieler, gepaart mit dem Mut und dem Selbstvertrauen nach vorne." In Hamburg habe das gut funktioniert.
Mannschaft überrascht Schuster positiv
Deswegen hatte Schuster zu Wochenbeginn auch die Sorge, dass seine Mannschaft möglicherweise das Ergebnis aus dem Volksparkstadion zu hoch hängen könnte. Nach zwei trainingsfreien Tagen und einem Anschwitzen am Dienstag rechnete der FCK-Coach mit einer langsamen Konzentrationssteigerung. "Zu meiner Überraschung haben sie alle wieder Vollgas gegeben", freute sich Schuster, dem die Einheit sichtlich gefiel. "Die Jungs sind geil, am Sonntag mal wieder einen Heimsieg einzufahren. Man merkt, dass die Mannschaft vom Gefühl her etwas vorhat." Dagegen hat der Coach sicherlich nichts einzuwenden.
Obwohl die Intensität im Training wieder hoch und die Belastung der letzten Wochen groß war, machte sich der 54-Jährige keine Sorgen über die Auswahl seines Personals. Abgesehen von Ben Zolinski (Knieverletzung), Anas Bakhat (grippaler Infekt), Muhammed Kiprit (Sehnenreizung) ist nur Philipp Hercher (Leistenprobleme) äußerst fraglich. "Es darf sich keiner sicher sein, dass er hier unangefochtener Stammspieler ist", heizte Schuster zusätzlich ein. "Wir haben viele Spieler hinten dran, die mit den Hufen scharren und ihre erste Chance vielleicht nutzen." Ob er denn überhaupt wieder die Dreier- oder Viererkette als Grundausrichtung wählen würde, ließ der optimistische Coach naturgemäß offen.