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"Völlig unnötig": Hansa hadert mit Elfmeter-Geschenk an Hannover

© IMAGO / Jan Huebner

Die Berg- und Talfahrt des F.C. Hansa Rostock setzt sich fort. Dabei war das Spiel der Ostseestädter gegen Hannover 96 (0:1) gerade in der zweiten Hälfte sehr ansehnlich. Cheftrainer Jens Härtel bekräftigte, dass sich die Leistung seiner Mannschaft gesteigert hat – und das habe jeder im Stadion sehen können.

"Relativ einfacher Elfmeter"

Zuerst war es ein Abschluss von Kai Pröger, der nach einem Eckball noch geblockt wurde. Anschließend sprang die Kugel zu Ryan Malone, der im zweiten Versuch noch auf der Linie scheiterte (38.). Die Riesenchance zur Hansa-Führung war schon in der ersten Halbzeit da, obwohl sich die Kogge ihre größten Vorteile erst nach dem Seitenwechsel erspielte. Allerdings: Beinahe im direkten Gegenzug zur verpassten Führung verschuldete ausgerechnet Malone auf der Gegenseite einen Elfmeter. "Er schießt Nielsen auf der Linie an, da hat er natürlich mit der Situation zu Hadern gehabt. Dann fehlte ihm ein bisschen der Fokus", stellte Jens Härtel nach Abpfiff fest.

Trotz allem Verständnis ärgerte sich der Hansa-Coach. "Das war ein relativ einfacher Elfmeter, völlig unnötig. Der Gegenspieler läuft nach Außen weg, kann eigentlich nichts gefährliches machen", analysierte Härtel im Detail. Das Geschenk der Kogge nahm Hannover 96 dennoch an – und Maximilian Beier, der den Strafstoß selbst herausholte, verwandelte zum 1:0-Endstand kurz vor der Pause. "Eine sehr, sehr bittere Niederlage", hielt Härtel fest.

Härtel lobt die Leistungssteigerung

Denn im zweiten Abschnitt waren die Rostocker deutlich präsenter. Das war nach dem Rückstand nicht selbstverständlich, wie Härtel fand. Er sah den Entwicklungsschritt: "In der Vergangenheit war es so, dass wir Mühe hatten, uns überhaupt Möglichkeiten zu erspielen. Heute haben wir eine gute, starke zweite Halbzeit mit vielen Chancen aus Standards und aus dem Spiel heraus." Nur war der Kogge das Spielglück abhanden gekommen, sodass die Kugel nicht über die Linie ging. Trotz einer "sehr, sehr dominanten zweiten Halbzeit" stehen die Rostocker mit leeren Händen dar.

Die vierte Saisonniederlage schmerzt, doch die Kogge kann sie verkraften. "Jeder im Stadion konnte sehen, zu welcher Leistung wir fähig sind. Das müssen wir mitnehmen", zeigte sich Härtel optimistisch. Auch die Last-Minute-Neuzugänge trugen zu der Erkenntnis bei, dass bei der Kogge in diesem Jahr keine Sorgen aufkommen müssen. Rick van Drongelen und Anderson Lucoqui standen direkt in der Startelf und lieferten eine solide Leistung. "Man überlegt eine Weile, weil man die Spieler nach zwei Tagen noch nicht so richtig kennt. Es war eine Bauchentscheidung", erklärte der Hansa-Coach, was ausschlaggebend für seine Nominierung war. Zufrieden war Jens Härtel am Ende nicht, aber das beruhte mehr auf dem Ergebnis statt auf der Einzelleistung seiner Spieler.