Wahnsinniges 3:2 im Topspiel – FCK dreht Spiel in Unterzahl

Zum Abschluss des 1.Spieltags wartete am Montagabend ein echter Klassiker. Vor etwa 41.092 Zuschauern auf dem Betzenberg siegte der 1.FC Kaiserslautern gegen 1860 München mit 3:2. In einem von Beginn an offensiven Spiel konnte Neuzugang Rubin Okotie bereits vor der Pause einen Doppelpack für die Löwen schnüren (26./33.). Hilfreich war dabei sicherlich der Platzverweis für FCK-Torwart Tobias Sippel, der bereits früh nach einem fragwürdigen Handspiel außerhalb des Strafraums vom Feld musste. Nach dem Seitenwechsel profitierten dann die Gastgeber von einer strittigen Entscheidung des Schiedsrichters, der auf Elfmeter entschied. Srdjan Lakic verwandelte diesen und köpfte kurz darauf zum Ausgleich ins Gehäuse der Löwen (67./71.). Das Spiel kippte jedoch danach völlig und die entfesselten Pfälzer gingen durch den eingewechselten Neuzugang Philipp Hofmann mit 3:2 in Führung (80.). Den Münchnern fiel darauf keine Antwort mehr ein und so mussten sie in Überzahl die Niederlage hinnehmen. Kaiserslautern ist mit diesem Ergebnis der erste Tabellenführer der neuen Saison.

Platzverweis als Knackpunkt – Okotie jubelt doppelt zum Einstand

Während die Roten Teufel ohne Neuzugang in der Startelf aufs Feld kamen, erschienen die Münchner Löwen mit komplett neuem Gesicht. In einem neuen 3-5-2 System durften direkt fünf Neuzugänge ihr Können unter Beweis stellen. Beide Mannschaften fackelten dann auch nicht lange und boten den Zuschauern von Beginn an sehenswerten Offensivfussball. Die gefährlichen Szenen hatten dabei zunächst die Hausherren, die jedoch durch Karim Matmour (1.) und Marcel Gaus (15.) nicht genutzt werden konnten. Beide Abwehrreihen ließen dem Gegner viel Raum und die Torhüter waren somit stets beschäftigt. So wunderte es auch nicht, dass FCK-Keeper Tobias Sippel schnell im Mittelpunkt des Geschehens stand. In der 20. Minute lief Bobby Wood frei aufs Pfälzer Gehäuse zu, Sippel eilte ihm entgegen und bekam den Ball vermutlich an die Brust. Richtig erkennen konnte man es jedoch auch in den Fernsehbildern zunächst nicht. Dennoch musste Schiedsrichter Bastian Dankert entscheiden und schickte Sippel mit der Roten Karte wegen Handspiels vom Feld. Danach verlor der FCK den Rhythmus und die Löwen konnten dies eiskalt nutzen. Zunächst profitierte Neuzugang Rubin Okotie vom katastrophalen Abwehrverhalten der Pfälzer, ließ Chris Löwe einfach stehen und schoss aufs Tor. Sein Schuss wurde von Dominique Heintz noch unglücklich abgefälscht und schlug unhaltbar im Gehäuse ein (26.). Nur wenige Minuten später wurde Wood auf der linken Seite lang angespielt, konnte den Ball wunderbar annehmen, ließ Jean Zimmer ganz alt aussehen und brachte dann noch im perfekten Moment die Flanke nach innen, wo Okotie sich davongestohlen hatte und seinen Doppelpack eintüten konnte (33.). Die Pfälzer wirkten danach sichtlich angeschlagen und frustriert, konnten sich aber ohne weitere Rückschläge in die Kabine retten.

Strittiger Strafstoß bringt die Wende – Lakic & Hofmann drehen das Spiel

FCK-Trainer Runjaic reagierte zur Pause und brachte mit Kevin Stöger einen Spielmacher, um neue Offensivimpulse zu setzen. Und wieder gehörte den Pfälzern die erste Großchance. Gaus fand mit einem Pass den völlig frei stehenden Matmour, der jedoch aus knapp fünf Metern über das Tor zielte (50.). 1860 München wurde nach dem Seitensechsel deutlich defensiver und schien die Führung absichern zu wollen. Gefährliche Kontersituation blieben zunächst ebenfalls aus und so entstanden nennenswerte Aktionen lediglich nach Standardsituationen, die jedoch auf beiden Seiten nicht wirklich gefährlich wurden. Jedoch nahm das Spiel Mitte der zweiten Hälfte an Härte zu. Nachdem Zimmer auf der einen und Gary Kaglmacher, sowie Julian Weigl auf der anderen Seite gelb sahen, folgte die nächste strittige Entscheidung. In der 67. Minute brachte Srdjan Lakic den Ball im Strafraum auf Zimmer, der dann im Duell mit Guillermo Vallori zu Fall kam. Schiri Dankert entschied direkt auf Strafstoß, den Lakic knapp im rechten Eck unterbrachte. Nun ging ein Ruck durch die Pfälzer Elf und bereits die nächste gute Szene brachte den Ausgleich. Löwe startete auf der linken Seite durch, flankte toll nach innen, wo Lakic sich gut von Vallori löste und zum 2:2 einköpfte (71.). Die Roten Teufel waren nun wie ausgewechselt und wollten den Dreier. Nachdem Lakic per Distanzschuss an Kiraly scheiterte, tauschte Runjaic den Serben gegen Neuzugang Philipp Hofmann aus. Der Neue schaffte einen Einstand nach Maß. Sein erster Ballkontakt brachte die Pfälzer nach einem Eckball von Stöger mit 3:2 in Führung (80.). Die Löwen waren danach schockiert und sichtlich von der Rolle. Neutrainer Ricardo Moniz reagierte mit einem Doppelwechsel um frischen Wind ins Spiel zu bringen. Doch selbst die dritte Auswechslung kurz darauf verpuffte wirkungslos. Nur noch die Gastgeber stürmten wie entfesselt nach vorne und waren in den letzten Minuten mit Chancen durch die Joker Stöger und Hofmann sogar nah am vierten Treffer. Am Ergebnis änderte sich letztlich jedoch nichts mehr und so konnten sich die Roten Teufeln von ihren euphorisierten Zuschauern feiern lassen. Ein klasse Einstand für den FCK und ein würdiges Topspiel am Montagabend. Auf den ersten Tabellenführer der jungen Saison wartet nun das Auswärtsspiel beim SV Sandhausen, gegen den sie sich vergangenes Jahr zweimal sehr schwer taten. Die Löwen müssen zu Hause gegen RB Leipzig und dort auf die positiven Momente dieses Spiels aufbauen.

FOTO: Hübner

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Ein Kommentar

  1. In der 2.Halbzeit war der Schiri auf Goodwill-Tour für die Lauterer. So schenkte er ihnen einen Elfer und ahndete nicht das überharte Spiel der Gastgeber.

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