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"War einfach zu wild von uns": HSV übersteht kuriose Schlussphase

© IMAGO / Hübner

Der Hamburger SV hat die Tabellenführung für mindestens eine Nacht erobert. In Kiel sah es lange danach aus, dass auch der sechste Saisonsieg wieder ohne Gegentreffer eingefahren wird. Dann erlebte die Walter-Elf eine kuriose Nachspielzeit und musste sogar noch zittern.

"Das erste Gegentor ist ein Eiertor"

"Irgendwann fliegt uns das sonst um die Ohren", sagte HSV-Toptorjäger Robert Glatzel nach der Partie bei Holstein Kiel, welche die Hamburger mit einem 3:2-Sieg für sich entscheiden konnten. Eigentlich meinte der 28-Jährige die Anfangsphase der Partie, denn zunächst diktierten die Störche das Spielgeschehen. Allerdings schlug dann dreimal der HSV zu (39./69./85.) – und das norddeutsche Duell schien entschieden. Dann wurde es wild, wie die HSV-Profis einstimmig beschrieben.

"Das erste Gegentor ist ein Eiertor, wie es im Fußball leider mal passieren kann. Mit dem zweiten Gegentreffer kommt natürlich nochmal Stimmung auf im Stadion, daran waren wir selbst Schuld, das war einfach zu wild von uns", beschrieb Torhüter Daniel Heuer Fernandes, nachdem sich die Hamburger noch zwei Gegentore in der Nachspielzeit einfingen. Bis dato war der HSV-Schlussmann bei Siegen seiner Mannschaft unbezwingbar gewesen. Auch Kapitän Sebastian Schonlau hielt fest: "Was am Ende des Spiels geschehen ist, war viel zu wild und darf so nicht sein."

HSV nach 18 Monaten vorerst Erster

Doch der HSV überstand die Nachspielzeit und feiert den Sieg. Zumindest eine Nacht durften die Hamburger nun an der Tabellenspitze verbringen. "Wir haben das Spiel gewonnen und das sind ganz wichtige drei Punkte, nur das zählt im Moment", ordnete Schonlau die Situation rund um das Spiel an der Kieler Förde ein. Ein besonderes Lob ging an den Teamgeist der Hansestädter, der im Vergleich zu den vergangenen Jahren gestiegen sei. Tor- und Eigentorschütze Moritz Heyer bekräftigte: "Exemplarisch dafür steht Laszlo Benes, der heute als Einwechselspieler reinkommt und zwei Vorlagen gibt. Das ist nicht selbstverständlich."

Zum ersten Mal seit 18 Monaten könnte der HSV am Ende eines Spieltages die Tabellenführung übernehmen. Ein Blick wird daher am Samstag zu den Konkurrenten nach Paderborn gehen – wenngleich HSV-Coach Tim Walter lieber auf die Gesamtentwicklung unter seiner Regie schaut: Gerade in der zweiten Hälfte haben man gemerkt, dass "es sehr schwierig ist, gegen uns zu spielen, wenn wir in Führung sind". Dass es dann am Ende nochmal spannend wurde, blieb ein Nebengeräusch. "Unterm Strich zählt nur der Sieg, denn ab morgen geht es schon wieder weiter, dann bereiten wir uns auf das nächste Spiel vor", so Walter unbeeindruckt.