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Warum ein Saisonabbruch in der 2. Liga keine Option ist

© imago images / Zink

Wann kann wieder gespielt werden? Eine Antwort auf diese Frage gibt es momentan nicht. Klar scheint nur: Anfang April wird der Ball nicht wieder rollen. Aufgrund der unklaren Situation steht auch ein Abbruch der Saison im Raum. Dieses Szenario kann für die 2. Bundesliga allerdings keine Option sein. Ein Kommentar.

Millionen-Verluste drohen

Die Gesundheit geht vor – das steht gerade in diesen Tagen völlig außer Frage. Und dennoch: Es muss ein Weg gefunden werden, wie die Saison zu Ende gespielt werden kann – in welcher Form auch immer. Hintergrund sind vor allem die TV-Gelder. Weil die vierte und letzte Zahlung für diese Saison noch aussteht, würden den Klubs bei einem Abbruch der Saison Millionen verloren gehen.

Allein dem VfB Stuttgart würden sieben Millionen wegbrechen. Enorm viel Geld, auf das der Bundesliga-Absteiger kaum verzichten kann – gleiches gilt für die anderen Teams. Hinzukommen die Erlöse aus den Ticket-Verkäufen und dem Sponsoring. Je größer der Verein, desto größer wäre der Verlust. "Es geht um die Existenzgrundlage der Vereine", findet Arminia-Geschäftsführer Markus Rejek im "Westfalen Blatt" daher deutliche Worte. "Es geht darum, so schnell es eine Situation irgendwann zulässt, wieder in den Spielbetrieb zu kommen. Es geht darum, die Existenzen von Mitarbeitern und deren Familien zu sichern." Insgesamt sind in beiden Bundesligen über 56.000 Jobs direkt betroffen.

Verlängerung oder Geisterspiele

Daher scheint es zumindest vorerst nur zwei Lösungen zu geben: Entweder, die Saison wird weiterhin ausgesetzt und bis in den Juni hinein verlängert, oder die Partien müssen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Geisterspiele sind zwar weder aus Sicht der Fans, noch aus Sicht der Vereine wünschenswert und würden aufgrund der ausbleibenden Zuschauereinnahmen ebenfalls zu Verlusten führen. Doch immerhin würden die Millionen aus dem TV-Vertrag und dem Sponsoring fließen. Rejek bezeichnet dieses Szenario aus aktueller Sicht als "Best Case". Es sei "allemal besser" als die Saison abzubrechen. "Dann sollten wir alle gemeinsam lieber diese Kröte schlucken", betont der DSC-Geschäftsführer und macht verdeutlicht: "Die Option, dass wir diese Saison in keiner Weise zu Ende spielen können, ist keine Option. Denn dann gibt es wahrscheinlich viele Vereine in Deutschland nicht mehr." Auch DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hatte Geisterspiele am Montag als "einzige Überlebenschance" bezeichnet.

Um die Saison zu Ende spielen zu können, scheint auch eine Verlängerung über den 30. Juni hinaus nicht mehr undenkbar. Allerdings müssten für ein solches Szenario zunächst rechtliche Fragen geklärt werden, schließlich enden am 30. Juni zahlreiche Verträge. Auch Gehaltsverzichte der Profis könnten unter Umständen eine Option sein. Verlockend klingt das alles nicht. Doch in der aktuellen Krise wird es einzig darum gehen, aus allen Möglichkeiten das geringste Übel zu wählen.