Weiteres Pokalmärchen für Hecking und den FCN: "Es kann gelingen"
Im Viertelfinale des DFB-Pokals ist der 1. FC Nürnberg als letzter Zweitligist dabei. Cheftrainer Dieter Hecking, der in seiner Karriere schon manche Pokalgeschichte geschrieben hat, sieht den VfB Stuttgart trotz eines kurzfristigen Trainerwechsel als Favoriten für die Partie. Jedoch sei der Club nicht chancenlos.
Hoeneß statt Labbadia an der Seitenlinie
Im DFB-Pokal steht eine besondere Runde an, denn in drei von vier Spielen treffen die aktuell sechs besten Mannschaften der Bundesliga in direkten Duellen aufeinander. Und dann ist da noch das Match zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfB Stuttgart, die in ihren jeweiligen Ligen gegen eine Negativspirale kämpfen. Das größere Selbstbewusstsein dürften zurzeit die Franken haben, denn der Erstligist hatte am Montag erst den Trainer ausgetauscht. Sebastian Hoeneß wird in Nürnberg nun an der Seitenlinie des VfB sitzen.
"Wir haben noch nie gegeneinander gespielt, deshalb kann ich über ihn gar nichts sagen", merkte FCN-Coach Dieter Hecking an, dass er noch keinen Berührungspunkt mit dem neuen VfB-Cheftrainer hatte. "Natürlich verfolge ich seine Geschicke, denn er hat bei Bayern II und Hoffenheim anfangs gute Arbeit abgeliefert. Sonst wäre er nicht im Bundesliga-Trainerkarussell dabei." Trotzdem bleiben die Stuttgarter dadurch eine Wundertüte für den FCN - denn trotz kurzer Einarbeitungszeit werden die Schwaben unter dem neuen Coach wohl höchst motiviert sein.
"VfB auf ein gewisses Niveau herunterziehen"
Die 0:2-Niederlage des kommenden Gegners bei Union Berlin hatte Hecking vor Ort verfolgt. "Da hat mit der VfB in der ersten Halbzeit sehr gut gefallen. Sie waren die bessere Mannschaft und hatten die klareren Möglichkeiten", so der Fußballlehrer. Ein Konter, dem eine weitere Unachtsamkeit folgte, entschied die Partie binnen 120 Sekunden für die Berliner. Die Stuttgarter seien an ihrer Effektivität gescheitert - und das könne auch dem FCN helfen. "Wenn wir es schaffen, dass wir den VfB auf ein gewisses Niveau herunterziehen, dann sind wir nicht chancenlos", mutmaßte Hecking.
Der Coach, der 2016 den DFB-Pokal mit Wolfsburg gewann, hatte auch beim VfB Lübeck (Halbfinale) schon einmal Pokalgeschichte geschrieben. Mit dem Club scheiterte er einst knapp an Schalke, als ein 17-jähriger Julian Draxler die Partie entschied. "Natürlich hat man das im Kopf und weiß, das das schonmal gelungen ist. Es kann auch morgen gelingen", glaubte Hecking an eine erneute Pokal-Sensation. Die Chance wolle er nicht in Prozent beziffern, aber mit einem ausverkauften Stadion im Rücken kann der FCN für die nötige Stimmung auf den Rängen sorgen. "Wenn die Tür aufgeht, dann müssen wir versuchen, dort hindurch zu kommen", so Hecking. "Wir haben weniger zu verlieren. Vielleicht könnte uns das bei einem entsprechenden Spielverlauf in die Karten spielen."