Werner sorglos ins Spitzenspiel: "Sind ohne Zaubertränke unterwegs"

Bodenständig blickte KSV-Cheftrainer Ole Werner dem Spitzenspiel seiner Mannschaft mit dem Hamburger SV entgegen, obwohl die Kieler Störche bereits eine gewisse Richtung bestimmen können. Im siegreichen Fall würde der Tabellenzweite seinen Vorsprung schließlich auf sechs Punkte ausbauen - und wenngleich danach noch zehn Spiele zu gehen wäre, könnte es zumindest schon als deutliches Zeichen verstanden werden.

Sechs-Punkte-Vorsprung ist möglich

Unter der Woche zog Holstein Kiel erstmals in der Vereinsgeschichte ins DFB-Pokal-Halbfinale ein und erwartet jetzt den Hamburger SV zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga - als tabellarischer Favorit. Dass Cheftrainer Ole Werner sich in der Pressekonferenz vor der Partie dennoch dagegen sträubte, die großen Parolen auszurufen, lag wohl schon allein in der Natur des 32-Jährigen. "Wir haben das Gefühl, dass wir nur etwas gewinnen können", bestätigte der Coach seinen bodenständigen Eindruck, der sich fernab von Erwartungshaltungen und Verpflichtungen bewegt. Für Werner zählte: "Wir freuen uns einfach, dass es um etwas positives geht."

Klar ist aber auch, dass die Kieler im Falle eines Sieges den Vorsprung beachtlich ausbauen würden. Danach ist zwar noch ein knappes Drittel der Saison zu spielen, aber die Zeit, um einen etwaigen Sechs-Punkte-Vorsprung aufzuholen, würde sich für den Gegner durchaus wieder verringern. Rechenspiele wären allerdings erst nach einem Kieler Sieg angebracht, bis dahin zittern aber vor allem die Hamburger vor allen Möglichkeiten - so jedenfalls der Eindruck. "Wir wissen, was ungefähr in Hamburg berichtet wird. Aber das ist nichts, was uns in irgendeiner Form etwas bringt, wenn das Spiel losgeht", ließ sich Werner aber auch davon nicht beeindrucken.

"Drei Punkte gegen einen Konkurrenten"

Personell kann der Kieler Cheftrainer auf alle Alternativen zurückgreifen, Ausnahmen sind die Langzeitverletzten Stefan Thesker und Noah Awuku. Blessuren und Wehwechen, die seine Spieler möglicherweise im Pokalspiel davontrugen, seien bis zum Montagabend auskuriert. "Es ist eine hohe Hürde, aber die wollen wir nehmen mit dem Selbstvertrauen, das wir aus den letzten Wochen haben können", will sich der 32-Jährige bei allem Understatement vor dem Gegner aber gar nicht verstecken. Und trotzdem bleibt das Spitzenspiel nur ein Spiel, wenngleich der Flair am Montagabend größer wird: "Es geht einfach darum, nochmal drei Punkte gegen einen Konkurrenten auf das Konto zu packen."

Für Kiel gilt es daher, den HSV gerade in den auffallend starken Anfangsphasen in den Griff zu bekommen. 30 Spielminuten mit gutem Fußball werden Werner allerdings nicht reichen, er forderte jede Minute von seiner Mannschaft ein. Gerade die Auswärtsstärke könnte den Kielern zugute kommen, denn auf fremden Platz haben die Störche erst einmal verloren. Gegen den HSV ist die Zweitliga-Bilanz dazu noch makellos. "Wir sind ohne Zaubertränke unterwegs, das ist schonmal nicht unser Geheimnis", verriet Werner schmunzelnd, woran die Kieler Stärke nicht auszumachen ist. Eine Offenbarung des Gehemnisses zeigt sich möglicherweise dann am Montagabend.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"