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Wieder 6:1! Lilien feiern das nächste unerwartete Spektakel

© IMAGO / Jan Huebner

Wenn der SV Darmstadt 98 gewinnt, dann richtig. So auch wieder beim 6:1-Erfolg im Hardtwald beim SV Sandhausen. Trotz des hohen Ergebnisses vermisste SVD-Coach Torsten Lieberknecht zum Teil die Sicherheit, die eine Führung geben sollte. Der zwischenzeitliche Ausgleich war sinnbildlich – und genauso auch das Aufbäumen der Lilien danach.

"Keine Ruhe und Sicherheit"

6:1, 4:0 und jetzt wieder 6:1 – drei von vier Darmstädter Siegen in dieser Saison waren fulminant. In Sandhausen hatte sich das nicht angedeutet. "Das lag an Sandhausen", bekräftigte Torsten Lieberknecht, dass der Gegner an diesem Tag trotz des hohen Sieges nicht zu unterschätzen war. Der zwischenzeitliche Ausgleich in der 19. Spielminute bezeugte die Gegenwehr. "Die Führung hat uns unverständlicherweise keine Ruhe und Sicherheit gegeben, man hatte das Gefühl, dass die Jungs den ersten Auswärtssieg fast zu sehr wollten", monierte Lieberknecht. Froh war der Lilien-Coach dennoch, denn zur Pausenführung reichte es trotzdem noch.

"Nach der Pause haben wir uns dann in einen Rausch gespielt. Bei einem Ergebnis in dieser Höhe ist der Sieg natürlich auch verdient", feierte Lieberknecht anschließend ein Spektakel mit seiner Mannschaft. Kurz nach dem Seitenwechsel traf Benjamin Goller (47.), danach folgte der Doppelpack von Luca Pfeiffer (57.) und Phillip Tietz (59.). Sandhausen fiel in sich zusammen. "Im zweiten Durchgang hat man einfach gesehen, wie viel Spaß es uns macht, als Mannschaft miteinander zu spielen", freute sich Pfeiffer. Auch Tietz stimmte mit ein: "Es ist schön, dass wir den Fans so ein Spiel zurückgeben konnten."

Lieberknechts Ansprache sitzt

Besonders die Halbzeitansprache des Trainers habe gefruchtet, so die Spieler. "Sandhausen stand tief, wir wollten die Ruhe behalten und den Ball laufen lassen. Das haben wir vor der Pause noch nicht optimal umgesetzt, danach haben wir alles eiskalt ausgenutzt", löste Tietz auf, dass die Marschroute der Lilien im zweiten Abschnitt besser funktionierte. Bezeichnend für den hohen Sieg war schließlich der Teamgeist, der bei den Darmstädtern nach dem schwierigen Saisonstart entstanden war. "Ich habe mich über jedes Tor gefreut, als wäre es mein eigenes gewesen. Wir haben richtig gut gespielt, unsere Chancen genutzt und dann ist es einfach nur geil, vor so vielen Lilienfans zu gewinnen", so Pfeiffer angesichts der mitgereisten Zuschauer.

Nun stellt sich die Frage, was als nächstes kommt. Denn auf die bisherigen Siege fehlte die Bestätigung, ob hohe Erfolge oder nicht. Mit 13 Punkten aus neun Spielen stehen die Lilien – trotz allem Spektakel – im Mittelfeld der Tabelle. Ganz klar positiv zu verzeichnen ist jedoch, dass sich die Mannschaft vom Böllenfalltor nach den Corona-Problematiken zu Saisonbeginn stabilisiert hat – und zu außerordentlichen Leistungen fähig ist, sobald der Ball einmal rollt. Doch die erste Halbzeit wird Torsten Lieberknecht und seinem Team zugleich eine Warnung bleiben.