Winterfazit Dresden: Dynamo ringt um den Klassenerhalt
Bangen. Vorfreude. Erleichterung. Ein letzter Pfiff ertönt und eine ganze Stadt liegt sich in den Armen. Berauscht vom abschließenden Saisonauftritt ihres Vereins. Es ist der 28. Mai 2013. Die SG Dynamo Dresden konnte sich soeben durch einen 2:0 Heimerfolg über den VfL Osnabrück den Verbleib in der 2. Bundesliga sichern. Die Stimmung bei den Verantwortlichen der SGD ist jedoch getrübt. Unmittelbar vor dem Relegationsspiel will der „MDR“ vom Abgang Peter Pacults als Trainer bei Dynamo erfahren haben. Die Beteiligten reagieren irritiert und verärgert.
Saisonauftakt unter schlechtem Stern
20. Juli 2013. Erster Spieltag der neuen Saison. Dynamo Dresden empfängt den 1. FC Köln. Ein Blick an die Seitenlinie verrät: Peter Pacult bekleidet nach wie vor den Trainerposten bei den Sachsen. Eine gemeinsame Basis scheint es allerdings nicht mehr zu geben. Am vierten Spieltag muss - der bei den Fans ohnehin nicht akzeptierte - Pacult seinen Trainerstuhl räumen. Bei der 0:3-Heimniederlage gegen den FSV Frankfurt war Dynamo in allen Belangen unterlegen. Für die Zeit der Trainersuche stellte sich Dresdens Sportlicher Leiter Steffen Menze kurzerhand selbst an die Linie. Aber auch unter dem Kommando von Menze blieb der SGD weiterhin ein Sieg verwehrt.
Neu-Trainer Olaf Janßen sorgt für Aufschwung
Nach dem sechsten Spieltag wird der Öffentlichkeit der weitgehend unbekannte Olaf Janßen als neuer Cheftrainer präsentiert. Janßen sollte sich fortan als Glücksgriff für den Verein erweisen. Nach zwei Unentschieden hagelte es zunächst noch eine deftige 0:4-Klatsche beim Aufstiegsaspiranten aus Fürth, ehe am zehnten Spieltag vor heimischem Publikum der lang ersehnte erste Saisonsieg gegen den VfR Aalen errungen werden konnte. Dynamo Dresden legte hierbei einen enormen Siegeswillen an den Tag und bewies nach der klaren Auswärtsniederlage Moral. Ermutigt vom 2:0-Erfolg gegen Aalen, gelingt den Dresdnern auch in den folgenden Spielen eine konzentrierte und spielerisch überzeugende Leistung. Die Dynamo-Defensive zeigt sich deutlich verbessert. Individuelle Fehler und Abstimmungsprobleme treten im Gegensatz zur Frühphase der Saison eher selten auf. Und ein starker Benjamin Kirsten verriegelt das Tor vor dem Gegner. Nach dem unglücklichen Last-Minute-Remis gegen den Erzrivalen aus Aue am 14. Spieltag, kann Dynamo Dresden auf eine Serie von fünf ungeschlagenen Partien zurück blicken. Diese beschert den Sachsen eine stolze Ausbeute von 11 aus 15 möglichen Punkten. In diese Zeit fällt auch das Ende zweier bemerkenswerter Negativ-Serien: Mickaël Poté erzielt beim Derby gegen Energie Cottbus sein erstes Tor seit einem Jahr. Dies ist gleichzeitig das Siegtor. Am darauffolgenden 13. Spieltag erzielt die SGD vor 10.000 mitgereisten Dynamo-Fans in München ihren ersten Auswärtssieg seit 14 Monaten. Aoudia versenkte in der 90. Minute einen Foulelfmeter zum 3:1-Endstand für Dynamo gegen den TSV 1860 und sorgte so für grenzenlosen Jubel bei den eigenen Anhängern.
Dynamo taumelt der Winterpause entgegen
In den folgenden Spielen werden die Defizite in der Abwehrarbeit wieder deutlich. Bis zur Winterpause verlässt Dynamo Dresden nur noch einmal siegreich den Platz. Kaiserslautern wird am 16. Spieltag von einer kampfstarke Dynamo-Elf mit 3:2 in die Knie gezwungen. In Karlsruhe und Köln setzt es hingegen deutliche Niederlagen. Es scheint als ginge den Dresdnern zum Jahresende die Puste aus. Dennoch darf man in Dresden durchaus zufrieden auf das zurückliegende Halbjahr blicken: Die Hinrunde wurde nach einem äußerst schlechten Start noch mit 20 Punkten abgeschlossen. Nie konnte sich die SGD mehr Zähler zu diesem Saisonzeitpunkt in der 2. Bundesliga sichern. Als bester Neuzugang zeigte sich bei den Dresdnern der Algerier Mohamed Aoudia. Er erzielte bisher sechs Treffer und ist damit der Toptorschütze des Vereins. Torwart Benjamin Kirsten hingegen, musste in der bisherigen Saison viel Kritik wegstecken. Doch neben einigen Unsicherheiten, fiel Kirsten auch durch viele gute Paraden auf, die seine Mannschaft vor deutlich mehr Gegentoren bewahrten. Kirsten ist der einzige Spieler neben Kapitän Romain Brègerie, der alle Spiele über die volle Dauer absolvierte. Aktuell steht Dynamo Dresden mit 21 Punkten auf dem Konto auf einem Abstiegsplatz. Doch die Tendenz unter dem Trainer Olaf Janßen stimmt. Wenn sich die Mannschaft von Rückschlägen nicht verunsichern lässt, die eigene Auswärtsschwäche überwinden kann und vor allem die Unkonzentriertheiten in der Abwehr abgestellt werden können – dann ist der Klassenerhalt für die SG Dynamo Dresden erneut möglich.
Naja stimmt schon, aber was Ola Janßen auf die Beine gestellt hat Hut ab! Er hat mit einfachen Mitteln wieder eine Mannschaft geformt. Und wenn man bedenkt, dass noch 5 andere 21 Punkte haben wie Dynamo und nur die Tordifferenz Schuld ist, kann man durchaus zufrieden sein. Nichtsdestotrotz Union wird schon hart werden zum Auftakt