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Würzburg: DFB bewertet ausbleibenden VAR-Eingriff als korrekt

imago images / HMB-Media

Beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg sahen sich die Würzburger Kickers zum wiederholten Male in dieser Saison vom Schiedsrichter benachteiligt und wunderten sich, dass der Videoassistent bei einer vermutlichen Notbremse von FCN-Verteidiger Lukas Mühl nicht eingriff. Am Montag stellte der DFB nun klar, dass er offiziell keine Fehlentscheidung ausgemacht habe. 

DFB verteidigt Verhalten des Videoschiedsrichters 

Als Schlusslicht der 2. Bundesliga mit dem Rücken zur Wand stehend hätten die Würzburger Kickers am vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Nürnberg gerne in Überzahl um den dringend benötigten Sieg gekämpft. Weil aber Schiedsrichter Tobias Reichel FCN-Verteidiger Lukas Mühl nach einem Foul als letzter Mann in der 19. Minute lediglich die gelbe anstatt der roten Karte zeigte, kochten bei den Unterfranken nach Schlusspfiff die Emotionen hoch. Thorsten Fischer, der CEO von Würzburgs Hauptsponsor "Flyeralarm", zählte hinterher gar "elf spielentscheidende Fehlentscheidungen" gegen die Kickers in den vergangenen Wochen und kündigte an, sämtliche Werbeverträge mit dem DFB aufkündigen zu wollen.

Am Montagabend meldete sich nun der Verband selbst zu Wort und erklärte auf seiner Website, warum der VAR nicht eingegriffen habe, obwohl ein Platzverweis für Mühl "die bessere Entscheidung des Schiedsrichters auf dem Platz" gewesen wäre. Demnach habe Videoassistent Johann Pfeiffer auf den Kamerabildern nicht eindeutig erkennen können, ob FWK-Stürmer Ridge Munsy nach der verunglückten Torwart-Rückgabe von Mühl ohne dessen Foulspiel den Ball tatsächlich vor Christian Mathenia bekommen hätte. "Um dem Schiedsrichter einen On-Field-Review zu empfehlen und die Entscheidung zu korrigieren, muss der Videoassistent zweifelsfrei belegen, dass der Stürmer mit Sicherheit eher am Ball gewesen wäre und somit ein klarer, offensichtlicher Fehler des Schiedsrichters vorliegt", so die Schiedsrichter-Leitung des DFB.

Gelbe Karte wurde vom VAR "korrekterweise akzeptiert" 

Weil beide Spieler "in etwa die gleiche Entfernung zum Ball" gehabt hätten und "sich der Ball auch auf den Torwart zu bewegt" habe, "ist dieser Beleg nach Analyse aller Perspektiven nicht zu erbringen. Die gelbe Karte wurde vom Videoassistenten daher korrekterweise akzeptiert", so der Verband weiter. Wirklich beruhigen dürfte die Würzburger Kickers diese Begründung allerdings nicht, hat man nach dem Remis gegen die Nürnberger doch mittlerweile sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Dass der Ausgleichstreffer zum 1:1 durch Lars Dietz nach einem glücklichen Freistoßpfiff für die Würzburger Kickers fiel, dürfte ebenso nur ein schwacher Trost sein.