Zehnter Sieg: St. Pauli bleibt das Maß der Dinge - und mischt oben mit!
Der FC St. Pauli hat es geschafft: Zehn Siege in Folge, 30 Punkte am Stück. Eine unfassbare Erfolgsgeschichte unter Fabian Hürzeler setzt sich fort. Durch den 1:0-Erfolg in Heidenheim rücken die Kiezkicker nun sogar an die Spitzengruppe im Kampf um den Aufstieg heran. Dabei sah der Cheftrainer noch Verbesserungspotential.
"Kein schönes Fußballspiel"
Minutenlang feierten die mitgereisten FCSP-Fans mit ihrer Mannschaft, waren aus der Heidenheimer Voith-Arena nicht mehr herauszubekommen. Der Rückblick auf die Vorweihnachtszeit dürfte fielen Fans des FC St. Pauli zunächst etwas unrealistisch erscheinen. Am 15. Spieltag verloren die Kiezkicker in Düsseldorf - und rutschten einmalig auf den Abstiegs-Relegationsplatz ab. Zwei Punkte bis zur Winterpause genügten, um vor dem Jahreswechsel zumindest über dem Strich zu bleiben. Dann wurde Fabian Hürzeler für Timo Schultz als Cheftrainer installiert, der am Samstagabend ganz bescheiden seinen zehnten Sieg in Folge analysierte: "Wir haben ein sehr intensives, aber auch nicht hochklassiges Topspiel gesehen. Speziell in der ersten Halbzeit war es kein schönes Fußballspiel, es war eher von Fehlern geprägt."
Ein Traumtor von Marcel Hartel (42.) sorgte für die Entscheidung beim 1. FC Heidenheim, der durch den erneuten Erfolg der Hamburger nur noch vier Punkte vom FCSP entfernt ist. "Heidenheim hätte nach unseren Fehlern im Spielaufbau durchaus in Führung gehen können, aus dem Nichts haben wir dann aber das 1:0 gemacht. Das hat uns natürlich in die Karten gespielt", blieb Hürzeler seiner bodenständigen Beurteilung treu. Nach dem Seitenwechsel sah der 30-Jährige dann eine Leistungssteigerung: "Wie meine Mannschaft in der zweiten Halbzeit dann sehr diszipliniert verteidigt hat, fand ich richtig gut. Sie hat die mentale Stärke gezeigt, den Heidenheimer Druck auszuhalten."
Aufstieg wird am Millerntor zum Thema
Und wie, denn in zwei Kontersituationen hätte Ex-Heidenheimer David Otto das Spiel schon frühzeitig für die Kiezkicker entscheiden können. Die Weste des neuen Coaches bleibt somit weiß, den Erfolg verbuchte Siegtorschütze Hartel im Teamgeist. "Man sieht Woche für Woche, dass wir uns den Arsch aufreißen und alle Bock haben zu verteidigen, um die Null hinten zu halten", lobte der 27-Jährige, wie sich der FCSP in den letzten Monaten präsentierte. Und dann kommt auch mal ein Traumtor auf das kurze Eck dabei heraus: "Beim Training am Donnerstag haben wir Abschlüsse geübt und da waren auch solche Schüsse dabei. Da sind die Dinger reingeflogen und da habe ich heute gedacht, dass ich mal einen auspacke."
Am Millerntor wird ab sofort über einen möglichen Aufstieg spekuliert, davon können sich die Kiezkicker nicht mehr freisprechen. Wollen sie vermutlich auch nicht, obwohl Cheftrainer Hürzeler das Wort "HSV-Jäger" weiterhin überzogen fand. "Jetzt genießen wir erstmal unseren zehnten Sieg, durch den wir den Rückstand verkürzen konnten", schloss sich Hartel einer realistischen Einschätzung an. "Von Aufstieg zu reden, ist zu viel des Guten. Wir fahren gut damit, weiter von Woche zu Woche zu gucken." Zehn Siege in Folge, bei denen St. Pauli nur drei Gegentore kassierten, haben die Kiezkicker - die noch gegen den Hamburger SV und den SV Darmstadt 98 im direkten Duell antreten - in eine gute Ausgangsposition gebracht. "Wir spielen oben jetzt schon eine Rolle, das haben wir uns durch die letzten Wochen auch verdient", sprach Leart Paqarada daher auch völlig zurecht aus.