Zwischenfazit Heidenheim: Defensive stabil, Offensive auf Formsuche
Zum letzten Mal in diesem Jahr pausiert der Profifußball auf Grund einer Länderspielpause. Nur vier Saisonspiele absolvierten die Teams zwischen der vorausgegangenen und der aktuellen Pause. Eine gute Gelegenheit, um die letzten Spiele noch einmal Revue passieren zu lassen. Der 1. FC Heidenheim hatte einen kleinen Durchhänger in dieser Phase und wird froh über die Pause sein, um sich konzentriert und fokussiert auf die letzten Spiele des Jahres vorzubereiten.
Immer wieder Sonntags…
Für die Heidenheimer stand als erstes die Partie gegen den Tabellenletzten aus Duisburg auf dem Programm. Nach einer guten Anfangsphase und einer Vielzahl an liegen gelassenen Chancen deutete vieles auf ein torloses Remis hin. Einer hatte jedoch was dagegen. Das erst 19-jährige Eigengewächs, Tim Skarke, avancierte nach seiner Einwechslung zur Halbzeit zum Matchwinner. Aus etwas mehr als 20 Metern legte sich Skarke den Ball einmal vor und traf anschließend den Ball so satt, dass dieser unhaltbar zum 1:0 in den Winkel flog. Es folgte die Partie in Braunschweig. Dort hatten die Hausherren etwas mehr vom Spiel, aber die Heidenheimer Defensive war, wie schon während der gesamten Saison, kaum zu überwinden. Nur wenige Chancen wurden zugelassen, aber diesmal gelang es nicht durch Nadelstiche in der Spitze selbst den Gegner unter Druck zu setzen. Die Folge ließ nicht lange auf sich warten. Salim Khelifi wurde am eigenen Strafraum nicht genügend attackiert und so nutzte dieser den sich bietenden Freiraum und traf per sehenswerten Fernschuss in den Giebel zur Führung und dem daraus resultierenden Sieg. Nach dem Glücksgefühl die Woche zuvor und dem Siegtreffer gegen Ende der Partie, erlebten die Heidenheimer das ganze Geschehen von der anderen Seite.
Alte Neuentdeckung
Bitterer als die Niederlage gegen Braunschweig, wiegte der schwache Auftritt gegen Union Berlin im heimischen Stadion. Offensiv kamen die Heidenheimer gar nicht zum Zuge und offenbarten defensiv auch ungewohnte Schwächen. Einzig die zehn Minuten nach dem Seitenwechsel stimmte zumindest der Einsatz des Teams und sie entwickelten eine kleine Drangphase. Aber auch hier vermisste man in Szenen den Spielwitz und die Spielfreude. Bezeichnend, dass in dieser Phase den Berlinern unter freundlicher Mithilfe des Heidenheimer Defensivverbundes der zweite Treffer und somit die Vorentscheidung gelang. Auch Trainer Frank Schmidt war nicht begeistert und kündigte Veränderungen an. Sein Team sollte nach vorne mehr Durchschlagskraft entwickeln, aber in Paderborn war von diesen Ankündigungen reichlich wenig zu sehen. Die Paderborner hatten das Spiel im Griff und ärgerten sich, dass zur Halbzeit nur ein knappes 1:0 auf der Anzeigetafel stand. Zur Halbzeit brachte Schmidt ein altbekanntes Gesicht, welches seit längerem nicht mehr auf sich aufmerksam gemacht hat. Adriano Grimaldi fand sich während der Spielzeit größtenteils auf der Tribüne wieder. In der zweiten Runde des DFB-Pokals durfte er etwas überraschend die kompletten 120 Minuten bestreiten. Dort noch wenig auffällig, änderte sich dies spätestens bei der Partie gegen Paderborn. Aus 25 Metern schlenzte Grimaldi den Ball auf das Tor und rutschte dabei noch weg. Vielleicht war dies auch ein Grund, dass der Ball mit einer herrlichen Flugkurve den Weg ins Tor fand. Prompt waren die Heidenheimer aktiver und hätten gegen Ende des Spiels die Partie sogar komplett drehen können.
Nicht Fisch, nicht Fleisch
Am Ende blieb es jedoch beim 1:1, welches man bezeichnend auf die kompletten vier Spiele übertragen kann. Besonders im Offensivspiel hat der 1.FCH noch deutliche Defizite. Durch Kampf und einen leidenschaftlichen Einsatz, zumeist im zweiten Spielabschnitt, lassen sich die fehlenden Defizite kompensieren, aber dies ist nicht immer gewährleistet. Daher liegt die Aufgabe bei Schmidt nun durch neue Reize etwas mehr Bewegung in das teils behäbige Offensivspiel zu bringen und deutlich mehr Durchschlagskraft zu entwickeln, ohne jedoch dabei die komplette Defensive zu entblößen, denn diese zählt in der aktuellen Spielzeit zu einer der besten was die Liga derzeit zu bieten hat.