"Eine beschissene Leistung": SCP-Frust nach Elversberg-Klatsche
Im Spitzenspiel des 32. Spieltags erwischte der SC Paderborn einen rabenschwarzen Tag und kam bei der SV Elversberg mit 1:5 unter die Räder. Ein Auftritt, der für Trainer Ralf Kettemann nur schwer zu erklären ist.
"Ich mache keinem einen Vorwurf"
So eine schlechte Halbzeit hatte Kettemann in dieser Saison noch nicht gesehen. Seine Mannschaft wurde förmlich überrollt und lag zur Pause bereits mit 0:4 hinten "Es war eine beschissene Leistung von uns 45 Minuten lang. Einfach schlecht, das ist uns bewusst", nahm der SCP-Trainer nach dem Spiel kein Blatt vor den Mund. Allerdings scheute er sich davor, seine Spieler zu kritisieren: "Ich mache keinem irgendeinen Vorwurf. Sowas macht man natürlich nicht mit Absicht. Mannschaften haben einfach manchmal einen Tag, an dem es nicht läuft. Das ist natürlich zur Unzeit."
Wie es zu einem solchen Totalausfall kommen kann, war für den 39-Jährigen schwer zu greifen: "Das können wir auch nicht in Gänze erklären." Einen Ansatz fand er in der fehlenden Reife seiner jungen Truppe. "Für solche Fälle, würde es helfen, wenn man ein bisschen Erfahrung hat. Wir haben die jüngste Truppe von eingesetzten Spielern. Wir haben keine 100 Zweitligaspiele im Schnitt. Wenn ich es noch nie erlebt habe, habe ich auch kein Instrument dafür, irgendetwas zu ändern, wenn ich 3:0 hinten liege", so Kettemann. Dennoch könne dieser Umstand auch nicht alles erklären, was an diesem Tag schief lief.
"Ich gucke Richtung erste Liga"
Als die Paderborner in der zweiten Halbzeit nichts mehr zu verlieren hatten, spielten sie plötzlich besser. Beinahe hätten sie das Spiel wieder spannend gemacht. "Ich hätte mir gerne das 4:2 in der 66. Minute angeschaut", verwies Kettemann auf die Szene, in der Lukasz Poreba einen Schuss von Kennedy Okpala vermeintlich mit dem Oberarm klärte. Ein Elfmeterpfiff blieb aber aus. Lobende Worte hatte der Coach an diesem enttäuschenden Tag nur für die Fans übrig: "Ich möchte mich bei unseren Fans bedanken, die uns die ganze Zeit unterstützt haben, die einfach weiter positiv geblieben sind. Für die gilt es, eine gute Reaktion zu zeigen."
Durch die Niederlage im direkten Duell fiel der SCP vom zweiten auf den vierten Platz zurück. Einen Punkt liegt man nun hinter der SVE. Für Kettemann allerdings kein Grund, um die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen. "Ich gucke absolut in Richtung erste Liga", betonte er und ergänzte: "Die zweite Liga ist einfach crazy, da kann viel passieren. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, was wir beeinflussen können, wie wir Fußball spielen." Noch lebt der große Traum: "Wir haben eine tolle Rückrunde gespielt. Das wollen wir jetzt veredeln." Schon am Freitag gegen den Karlsruher SC bietet sich die Chance, den zweiten Platz zurückzuholen.