"Wollen wir Spektakel oder Siege?": Sander entscheidet sich für Erfolg
Im Abstiegskampf konnte der 1. FC Magdeburg einen wichtigen Erfolg einfahren. Der 1:0-Sieg gegen Hertha BSC befördert die Elbestädter über den Strich, sodass die Mannschaft von Cheftrainer Petrik Sander in den letzten Saisonspielen alles in der eigenen Hand hat. Selbst, wenn es nicht schön aussieht, aber zweckdienlich bleibt.
"Fußballerisch vielleicht nicht so prickelnd"
Zwei Spieltage vor Schluss steht der 1. FC Magdeburg mit einem Vorsprung von zwei Zählern gegenüber dem Abstiegs-Relegationsplatz auf Rang 14. Ein 1:0-Sieg gegen Hertha BSC hat es möglich gemacht. "Ich glaube, dass wir ein Spiel mit sehr hoher Bedeutung für uns gewonnen haben", atmete Cheftrainer Petrik Sander auf der Pressekonferenz nach dem Heimspiel durch. Der 65-Jährige verwies auf ein Spiel, in dem beide Mannschaften keine Fehler machen wollten und deswegen abwartend agiert hatten. "Dann ist das halt wirklich eine Sache der gewachsenen Stabilität", fand Sander. "Die Mannschaft hat Sachen ausgehalten und nicht irgendetwas initiiert, was keinen Sinn ergibt."
Mit Ruhe und Bedacht spielte Magdeburg nach vorne, sodass Laurin Ulrich den erlösenden Treffer erzielte (61.). Der 1:0-Sieg bekam vielleicht keinen Schönheitspreis, aber drei wichtige Punkte wanderten auf das Konto der Elbestädter. "Was wollen wir haben? Wollen wir Spektakel oder wollen wir den Siege haben? Ich nehme lieber den Sieg, weil wir haben auch schon Spektakel geliefert und 3:5 verloren", so der Cheftrainer. "Ich weiß, dass es fußballerisch nicht so prickelnd ist, aber wenn es erfolgreich ist, dann heiligt der Zweck die Mittel. Gerade in der aktuellen Phase."
Sanders Zukunft beim FCM noch offen
Abstiegskampf und Hurra-Fußball seien zwei Dinge, die selten zueinander passten. Sander bevorzugte die harte Arbeit. "Man muss sich wehren. Und die Spieler müssen leiden können. Heute haben wir gelitten", fasste der 65-Jährige nach dem erfolgreichen Auftritt noch einmal zusammen. In den verbleibenden Spielen gegen Holstein Kiel und den 1. FC Kaiserslautern könnte Magdeburg nun den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen, was der Cheftrainer auch nicht ausschloss. "Wir haben den Optimismus nie verloren, aber man muss auch den Realismus beachten. Und wenn man sieht, was in der 2. Bundesliga für Ergebnisse kommen, dass ist erst alles fest, wenn es auch rechnerisch nicht mehr zu kippen ist."
Gerade in den letzten Spielen könne immer etwas passieren, das auf keiner Rechnung stand. Dementsprechend war für Sander klar, dass nur zwei Siege vor dem nächsten Anstoß eine Garantie geben. "Wir haben es in der eigenen Hand. Das ist ein riesiger Vorteil", fand der 65-Jährige, dessen Verbleib als Cheftrainer über das Saisonende hinaus ein Thema ist. Auf Torschütze Laurin Ulrich angesprochen, sagte Sander zumindest: "Laurin hat einen vertrag beim VfB Stuttgart und wenn der Klassenerhalt gelingt, werden wir uns darum bemühen, ihn fest nach seiner Leihe zu verpflichten. Ob mit mir oder ohne mich, das kann ich jetzt noch nicht sagen." Im Fokus bleibt erst einmal der Klassenerhalt.