Fürth nach Last-Minute-Pokalaus: "Das ist natürlich bitter"

Die Akteure der Spielvereinigung Greuther Fürth, sie konnten einem am gestrigen Montagabend schon leid tun. Zwei Gegentreffer jeweils in der Nachspielzeit besiegelten zunächst die Verlängerung im DFB-Pokal und dort dann in der 120. Minute auch die Niederlage gegen Borussia Dortmund. Ein bitteres Turnieraus trotz tollem Pokalfight, vor dem Co-Trainer Petr Ruman nur den Hut ziehen kann.

"Haben alles investiert, was in ihnen steckt"

"Wir müssen unserer Mannschaft zuerst einmal ein Riesenkompliment aussprechen": Mit diesen Worten startete Fürths Assistenztrainer Petr Ruman nach der bitteren Last-Minute-Niederlage seiner Kleeblätter im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund gestern Abend in die Pressekonferenz nach dem Spiel. Der 41-Jährige, der aufgrund eines Trauerfalls in der Familie von Fußballlehrer Damir Buric interimsweise als Headcoach fungierte, hatte eine Truppe in Weiß-Grün erlebt, die "wirklich alles investiert hat, was in ihnen steckt und Borussia Dortmund 120 Minuten lang einen echten Pokalfight" ablieferte. Seine Mannen hatten es der Elf von Lucien Favre äußerst schwer gemacht. In den ersten 45 Minuten verteidigte das Kleeblatt rigoros und aggressiv und ließ kaum Torannäherungen zu, ohne dabei eigene nennenswerte Chancen zu kreieren. Und kam doch einmal etwas auf das Tor der Bayern, stand der starke Rückhalt Sascha Burchert den Angriffsbemühungen des Bundesligisten im Weg (Reus, 31.).

Witsel kontert Ernst in der Nachspielzeit

Der Zweitligist startete schwungvoll in die zweiten 45 Minuten und setzte den Favoriten vom Borsigplatz in der Folge früher unter Druck, sodass der BVB nur selten gefährlich vor dem Tor von Burchert auftauchte, mit Ausnahme des Pfostenschusses von Christian Pulisic in der 60. Spielminute. "Es war klar, dass wir nicht jede Chance von Dortmund verhindern können. Von daher braucht man gerade in solchen Spielen und Situationen auch das gewisse Quäntchen Glück", analysierte Ruman im Nachgang. Nach 77 Minuten war die Sensation zum Greifen nahe, Ernst traf nach toller Ablage des abermals starken Daniel Keita-Ruel zur viel umjubelten Führung der Gastgeber - die um ein Haar bis zum Schluss gehalten hätte. Dann aber schlug BVB-Starneuzugang Axel Witsel nach einer Reus-Flanke eiskalt und quasi mit dem Schlusspfiff zu, es ging in die Verlängerung.

120.+1: Reus bleibt eiskalt

In dieser ging beiden Mannschaften sichtbar die Luft aus, trotzdem erarbeiteten sich beide Teams noch hochkarätige Gelegenheiten. So hätte Fabian Reese frei vor BVB-Schlussmann Roman Bürki nur noch einschieben brauchen, scheiterte aber am Schweizer Torhüter (114.), ein Kopfball von Maximilian Philipp verfehlte den Fürther Kasten nur knapp (117.). Und als alles schon auf ein Elfmeterschießen hinauszulaufen schien, kannten die Schwarz-Gelben erneut keine Gnade: Sancho passte nach starken Dribbling auf Reus, der den Ball per Direktabnahme nach Ablauf der 120. Spielminute im Gehäuse von Sascha Burchert unterbrachte. Der späte Knockout für aufopferungsvoll kämpfende Kleeblätter. "Es ist natürlich bitter, wenn man so ein Spiel mit zwei Toren in der Nachspielzeit verliert", musste auch Co-Trainer Ruman einräumen, "aber trotzdem großes Kompliment an unser Team." Und auch BVB-Coach Lucien Favre gratulierte im Nachgang "Greuther Fürth zu einem guten Spiel und viel Engagement. Am Ende zählt aber nur, dass wir durch sind."

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