Höhere Strafe für Vuskovic? Auch die NADA legt Rechtsmittel ein
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilte HSV-Innenverteidiger Mario Vuskovic in einem Dopingfall zu einer Sperre von zwei Jahren. Gegen dieses Urteil kündigte der Hamburger SV schon seine Berufung an, nun hat auch die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) Rechtsmittel eingelegt - um die Sperre zu erhöhen. Ein Grundsatzstreit über die Epo-Analytik ist ausgebrochen.
NADA beantragt "vorgesehene Vierjahressperre"
Körperfremdes Erythropetin (EPO) wurde beim 21-jährigen Abwehrspieler in geringen Mengen nachgewiesen. Unter anderem deshalb verringerte das DFB-Sportgericht die Strafe für Vuskovic um zwei Jahre, sodass der Verteidiger einer Maximalsperre von vier Jahren entgangen wäre. "Nach eingehender Prüfung der Urteilsbegründung" geht die NADA nun ihrerseits gegen dieses Urteil vor. "Die NADA wird auf der Grundlage des vom DFB-Sportgericht festgestellten Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen des Spielers eine dafür vorgesehene Vierjahressperre beantragen", teilte die Kontrolleinrichtung mit, wie auch "transfermarkt.de" berichtet.
Grundsatzstreit ausgebrochen
Der Schritt der Agentur dürfte das DFB-Sportgericht nicht überraschen. Spekuliert wurde bereits, ob die verhältnismäßig mildere Strafe eine Art Kompromisslösung darstellen sollte. Denn unlängst hat sich der Fall Vuskovic zu einem Grundsatzstreit über die generelle Epo-Analytik entwickelt - sodass auch das System der NADA auf dem Spiel steht. "Im 21. Jahrhundert arbeitet man gerne mit Zahlen und nicht mit Eindrücken. Die Methode ist nicht mehr zeitgemäß. Deshalb bedauere ich dieses Urteil, ich hätte ein geringeres Strafmaß erwartet", hatte sich Doping-Experte Professor Fritz Sörgel kürzlich schon festgelegt. Der Fall wird nun vor dem DFB-Bundesgericht landen. Bis dahin darf Vuskovic weiterhin nicht am Trainingsbetrieb seines Vereins oder auch anderen Klubs teilnehmen.