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DFL-Plan: Wiederbeginn der Saison Mitte Mai?

© imago images / Jan Huebner

Am kommenden Dienstag werden die 36 Erst- und Zweitligisten eine weitere Aussetzung des Spielbetriebs bis Ende April beschließen und damit den Vorschlag des DFL-Präsidiums annehmen – das gilt als sicher. Mitte Mai soll dann wieder gespielt werden – so laut "Bild" zumindest die Hoffnung bei der DFL.

Sieben Wochen für neun Spieltage

Seit eineinhalb Wochen ruht der Ball mittlerweile, fünf weitere Wochen werden hinzukommen. Geht es nach der DFL, soll die Saison dann Mitte Mai fortgesetzt werden. Und damit in dem Zeitraum, in dem ursprünglich die Spielzeit enden sollte. Doch durch die weitere Pausierung des Spielbetriebs ist eine Verlängerung der Saison nun unumgänglich. Sollte ab Mitte Mai tatsächlich wieder gespielt werden können, würden bis Ende Juni sieben Wochen für die noch ausstehenden neun Spieltage verbleiben. Heißt: Mindestens zweimal müsste auch unter der Woche gespielt werden. Als wahrscheinlich gilt, dass die Partien zunächst ohne Zuschauer ausgetragen werden.

Zwar sind Geisterspiele weder von den Vereinen, noch den Spielern und den Fans gewollt, scheinen vorerst aber alternativlos – vor allem aus finanziellen Gründen. Denn sollte die Saison abgebrochen werden, drohen den Klubs Millionen-Verluste. Zum einen würde die vierte und letzte Zahlung aus dem TV-Topf wohl nicht ausgeschüttet werden, zum anderen könnten Sponsoren für nicht erbrachte Werbeleistungen Regressansprüche stellen. Entsprechend bezeichnete DFL-Geschäftsführer Christian Seifert Geisterspiele zuletzt als "einzige Überlebenschance" für viele Klubs. Der Liga-Verband arbeitet derzeit "unter Hochdruck an Konzepten, Spiele zu gegebenem Zeitpunkt – der Situation geschuldet – auch ohne Stadion-Zuschauer und mit einem Minimal-Einsatz von Arbeitskräften in den Bereichen Sport, allgemeine Organisation und Medien durchzuführen", teilte die DFL am Dienstag mit.

Verlängerung bis Juli?

Für den Fall, dass ab Mitte Mai doch noch nicht wieder gespielt werden kann, standen zuletzt drei Szenarien für einen schnellen Saisonabschluss im Raum. Nicht gänzlich ausgeschlossen scheint auch eine Verlängerung der Saison über den 30. Juni hinaus – wenngleich an diesem Tag zahlreiche Verträge von Spielern und Trainer enden. Doch Professor Dr. Philipp Fischinger, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Handels- und Wirtschaftsrecht sowie Sportrecht an der Uni Mannheim, ließ in einem "Kicker"-Interview durchblicken, dass die Verträge möglicherweise länger gültig sein könnten: "Nach meiner Einschätzung enden die Arbeitsverträge (…) nicht mit dem 30. Juni (…). Stattdessen laufen sie bis zum tatsächlichen Saisonende."

Wann wieder mit Zuschauern gespielt werden kann, ist derweil offen. DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius befürchtet Geisterspiele auch zu Beginn der kommenden Saison, wie er in einem Interview mit dem Fachmagazin "Sponsors" sagte: "Ich glaube nach Gesprächen mit vielen Experten, dass dass noch bis Ende dieses Jahres andauern kann." Zuletzt hatte der deutsche Spitzen-Virologe Professor Christian Drosten in einem "Stern"-Interview Zweifel daran geäußert, "dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben". Professor Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg, hält selbst Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorerst für wenig wahrscheinlich: "Geisterspiele würden dazu verleiten, dass sich die Leute wieder treffen und das Spiel zusammen gucken wollen", sagte er vor einigen Tagen.