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Erzgebirge Aue: Daniel Meyers erste wirkliche Krise

Die fehlende Konstanz, wie ein roter Faden zieht sie sich durch die aktuelle Saison der Veilchen. Immer wenn sich die Mannschaft von Daniel Meyer mühsam aus dem Tabellenkeller ins gesicherte Tabellenmittelfeld absetzen kann, brechen die Auer wieder ein. Nachdem im Frühjahr mit drei Siegen der vorzeitige Klassenerhalt schon in greifbarer Nähe war, müssen die Erzgebirger wieder nach unten schauen und bei einem anspruchsvollen Restprogramm beginnt erneut das Zittern.

Derbyniederlage schmerzt doppelt

Chefcoach Daniel Meyer stand in seiner Debütsaison bereits mehrfach im Zentrum der Kritik, doch das aktuelle Formtief mit drei Niederlagen am Stück wiegt bisher am schwersten. Vor allem die bittere Klatsche zuhause gegen den Erzrivalen aus Dresden sorgte für Ernüchterung. Der Mannschaft fehlte der Biss, in den Zweikämpfen, in den Offensivaktionen und bei den Standards. Die Zielstrebigkeit und das Selbstvertrauen der letzten Monate sind komplett abhandengekommen. Gegen Dresden gaben die Auer eine Führung leichtfertig her und ließen sich dann im eigenen Stadion vom Erzrivalen vorführen. In Bielefeld sorgten zwei eklatante Fehler der gesamten Auer Abwehr für die Gegentore und im Sturm vergaben Hochscheidt und Nazarov klarste Chancen. So blieben die Punkte bei der Arminia auf der Alm. Zwar plagen die Veilchen massive Verletzungssorgen, doch diese dürfen angesichts der fehlenden Leistung einiger Stammspieler keine Ausrede für die fehlende Punkteausbeute sein.

Defizite in allen Mannschaftsteilen

Einen Hauptschuldigen konnte man bei den vergangenen Niederlagen nicht ausmachen, vielmehr baute die gesamte Mannschaft um ein paar Prozente ab, die davor zum Siegen gereicht hatten. Die vormals drittbeste Abwehr der Liga kassierte in den letzten drei Spielen satte zehn Gegentore und wirkt mittlerweile alles andere als sattelfest. Bisher konnten Ausfälle wie die von Steve Breitkreuz und Dennis Kempe kompensiert werden. Nach dem Kreuzbandriss von Malcolm Cacutalua scheint die Stabilität aber mehr und mehr zu fehlen. In Bielefeld rückte Louis Samson auf die Position des Innenverteidigers und hatte dort mit Voglsammer und Klos große Probleme. Fabian Kalig, der auf der linken Außenbahn aushelfen musste, war gegen den schnellen agilen Clauss hoffnungslos unterlegen. Dem Mittelfeldtrio um Jan Hochscheidt fehlt die Kontrolle und im Sturm die nötige Zielstrebigkeit. Zwar hat Daniel Meyer mit Testroet, Iyoha, Krüger und Zulechner vier derzeit torgefährliche Stürmer, doch die Tormaschinerie aus dem Frühjahr ist ins Stocken geraten.

Restprogramm hat es in sich

Mit 32 Punkten und einer noch komfortablen Führung auf die Kellerkinder haben es die Veilchen noch komplett in der eigenen Hand. In dieser Saison werden für den Klassenerhalt wohl keine 40 Punkte benötigt, dafür ließ die Konkurrenz aus Duisburg, Magdeburg und Ingolstadt schon zu viel liegen. Fünf bis sechs zusätzliche Punkte dürften für den Klassenerhalt in dieser Spielzeit reichen, doch die nächsten Gegner haben es in sich. Am kommenden Wochenende gastiert der 1. FC Heidenheim im Lößnitztal. Ein regelrechter Angstgegner der Auer, gegen den man in zehn Spielen erst ein einziges Mal gewinnen konnte. Danach geht es zum großen HSV, der mit aller Kraft zurück in die erste Liga will. Mit Bochum, Regensburg, Fürth und Darmstadt folgen vier weitere Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld. Nachdem im März der Klassenerhalt bereits in greifbarer Nähe schien, steigt erneut der Druck auf Trainer und Team.