Kadercheck Greuther Fürth: Talente im Blickpunkt
Noch weniger als zwei Wochen bis zum Saisonstart und auch bei der SpVgg Greuther Fürth geht es in die ernste Phase. Bevor man gegen den Karlsruher SC (25.07 – 13 Uhr) in die neue Runde startet, soll der Kader im Idealfall komplett sein. Wo es bei den Kleeblättern in dieser Hinsicht noch hakt und welche Positionen zum Start besonders im Blickpunkt sein dürften erklärt euch nun der liga2online Kadercheck:
Tor: Mielitz der Hoffnugsträger – Flekken der Jäger
Alles neu zwischen den Pfosten der Spielvereinigung. Mit Wolfgang Hesl (Arminia Bielefeld), Miro Varvodic und Tom Mickel (beide vereinslos) haben gleich drei Keeper den Verein verlassen. Sebastian Mielitz kam dafür vom SC Freiburg nach Franken und erhielt die Rückennummer Eins. Der ehemalige U20-Nationalkeeper soll somit der starke Rückhalt des Teams werden und geht mit Vorsprung gegenüber Mark Flekken und Nachwuchstalent Bastian Lerch in die Saison. Mielitz muss jedoch an seine früheren Leistungen aus seiner Frühphase bei Werder Bremen anknüpfen. In Freiburg scheiterte er zuletzt im Duell mit Roman Bürki und auch an der Weser hatte er keine Zukunft mehr. Der Torwart ist somit der erste Kandidat, der in Fürth nun den Schritt vom Talent zum konstanten Zweitligaspieler gehen soll – aber lange nicht der Einzige.
Abwehr: Innen und Außen zu dünn besetzt
Problemzone Abwehr! Fürth zählt aktuell nur sechs nominelle Verteidiger, von denen mit Innenverteidiger Zsolt Korcsmár einer noch längere Zeit fehlen wird. Der Ungar befindet sich aktuell in der Reha nach seinem Kreuzbandriss im März. Neben ihm hat das Kleeblatt mit Benedikt Röcker, Stefan Thesker und Neuzugang Marcel Franke noch drei zentrale Abwehrspieler zur Verfügung. Kein Grund zur Panik also, auch wenn an dieser Stelle ein weiterer Akteur sicher hilfreich wäre. Thesker und Röcker dürften bei aktueller Konstellation wohl als Stamm-Duo in die Runde starten, müssen dann aber ihre Leistungen auf konstantem Niveau bringen. Problematischer ist die Lage auf den Außenbahnen. Links steht mit Niko Gießelmann nur ein Spieler bereit und auch auf der Gegenseite ist die Lage mit Zhi Gin Lam nicht anders. Besonders beim 24-jährigen Rechtsverteidiger darf zudem noch an der Ligatauglichkeit gezweifelt werden. Einst beim Hamburger SV nah am Bundesligakader, schaffte er nie den Durchbruch und landete auch in Fürth zumeist auf der Bank. In den Testspielen wurden nun wiederholt Spieler aus dem Offensivbereich auf den defensiven Außenpositionen eingesetzt. Aktuell darf man jedoch davon ausgehen, dass die Verantwortlichen an dieser Stelle noch den meisten Handlungsbedarf sehen.
Mittelfeld: Talente in der Pflicht – Lücke auf Links
Wie war das gleich mit den Talenten? Auch im Mittelfeld finden sich einige Spieler von denen nun der nächste Schritt erwartet wird. Im defensiven Zentrum dürfte dies vor allem auf Tom Trybull zutreffen. Der Neuzugang vom FC St. Pauli galt einst bei Werder Bremen als hoffnungsvolles Talent, spielte von der U17 bis U20 in allen Nationalteams, stagnierte danach aber und kam zuletzt bei St. Pauli fast gar nicht mehr zum Zug. Nun soll er – auch mit Hilfe der Routiniers im Fürther Kader – den nächsten Schritt gehen und eine wichtige Rolle einnehmen. Einfach wird es aber nicht werden, denn die erfahrenen Goran Sukalo, Marco Caligiuri und Neuzugang Andreas Hofmann werden die Plätze vor der Abwehr nicht kampflos abgeben. Ähnlich ist die Lage im offensiven Zentrum, wo Routinier Jürgen Gjasula, den Neu-Trainer Stefan Ruthenbeck vom VfR Aalen mitgebracht hat, sich mit den weitaus jüngeren Florian Trinks und Marco Stiepermann messen darf. Auch diese Beiden sind als ehemalige Juniorennationalspieler in der Pflicht und sollen sich weiterentwickeln. Vorteil ist hierbei jedoch, dass sie auch auf den Außen beziehungsweise als Hängende Spitze agieren könnten und so recht gute Einsatzchancen vorweisen dürfen. Besonders da die linke Seite aktuell vakant ist. Stephan Schröck fällt mit Innenbandanriss noch ein Weilchen aus und auch Nachwuchstalent George Davies ist außer Gefecht. Mit Orkan Cinar plant der Verein nicht mehr und so durften sich in den Tests verschiedene Spieler auf Links bewerben. Die Gegenseite ist mit Tom Weilandt und Zlatko Tripic doppelt besetzt und dürfte zunächst wenige Probleme bereiten.
Sturm: Berisha und Kumbela sorgen für neuen Schwung
Am Breitesten scheint die Spielvereinigung jedoch im Sturm besetzt zu sein. Den Abgängen Kacper Przybylko (1.FC Kaiserslautern) und Ilir Azemi (vereinslos) stehen mit Veton Berisha und Domi Kumbela ambitionierte Neuzugänge gegenüber. Hinzu kommen mit Robert Zulj, Johannes Wurtz und Sebastian Freis drei weitere Angreifer, die sicher auch die Startelf im Sinn haben dürften. Wurz, Zulj und Freis dürften sich auch als Außenspieler Chancen ausrechnen, noch besteht aber auch die Möglichkeit das einer der Stürmer den Verein verlässt. Mit Tim Bodenröder und Stefan Maderer stehen zudem zwei weitere, nominelle Angreifer im Kader. Beide wurden in den Testspielen jedoch auch auf den offensiven, wie defensiven Außenbahnen eingesetzt und könnten dort zu Alternativen werden.
Fazit: Der Kader der SpVgg Greuther Fürth besticht durch eine Vielzahl ehemals hoffnungsvoller Talente, denen bislang der entscheidende Durchbruch verwehrt blieb. Dadurch dürfte der Erfolg der Franken viel davon abhängen, wie sich diese jungen Spieler entwickeln. Sichtlich verstärkt hat sich der Angriff, der mit Veton Berisha – den noch eine Reihe anderer Teams auf dem Zettel hatten – und dem ehemaligen Braunschweiger Domi Kumbela zwei echte Torjäger aufweisen kann. Potential für eine bessere Leistung als in der abgelaufen Saison ist somit allemal vorhanden. Ob es jedoch für das vordere Drittel reicht bleibt abzuwarten. Dazu müsste wohl zumindest auf den defensiven Außenbahnen und in der Abwehrmitte nochmals nachgelegt werden.
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