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"Nicht schön": Anfang hadert mit Darmstadts Transferaktivitäten

© imago images / Jan Huebner

Bedingt durch die Corona-Krise konnte der SV Darmstadt auf dem Transfermarkt nicht wie geplant tätig werden. Bei Lilien-Trainer Markus Anfang, der Darmstadt zu einem Spitzenteam formen soll, sorgte das für Frust. Die Transferoffensive manch eines Ligakonkurrenten hinterließ bei Anfang hingegen Fragezeichen. 

Corona setzt Grenzen: "Nicht schön und anstrengend"

Offensiv soll er sein, erfolgreich sowieso: Der SV Darmstadt will zukünftig attraktiven Ballbesitzfußball spielen. Diesen Plan verfolgte Markus Anfang zumindest, als er im Sommer das Traineramt bei den Hessen übernahm. Eine derartige Neuausrichtung braucht allerdings das passende Personal – und für eine weitgreifende Umstrukturierung des Kaders fehlte in Darmstadt schlicht das Geld. Die Corona-Pandemie ging nicht spurlos am Verein vorbei. Anfang kann die angespannte Situation zwar nachvollziehen, erklärt in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" aber trotzdem: "Ich hätte mir, ehrlich gesagt, gewünscht, dass wir viele Sachen anders umgesetzt hätten." Die Situation sei "nicht schön und anstrengend, weil ich hier bin, um etwas zu gestalten."

Angesichts der schwierigen Lage im eigenen Verein drängen sich dem 46-Jährigen beim Blick auf die Transferaktivitäten der Konkurrenz Fragen auf. "Da wundert man sich dann auch ein bisschen, wie das alles entsteht, weil man ja auch um die wirtschaftliche Situation von Corona weiß." Auf dem Markt waren gerade die Hamburger Vereine St. Pauli und HSV sowie der 1. FC Nürnberg umtriebig. "Wenn man dann, ohne dass es negativ klingen soll, sieht, was wir investiert haben – dann steht das gefühlt erst einmal nicht in einem großen Verhältnis." In Darmstadt sind vor allem "junge Spieler dazugekommen, die viel Potenzial, aber wenig oder keine Erst- und Zweitligaerfahrung haben."

"Wollen bestimmen, was auf dem Feld passiert"

Von seiner Spielidee wird Anfang auch ohne das Wunschpersonal nicht abweichen: "Wir wollen bestimmen, was auf dem Feld passiert. Dafür muss man mutig sein und auch Fehler akzeptieren." Mit vier Zählern aus den ersten drei Partien verlief der Saisonstart durchwachsen. Der Lilien-Trainer wähnt sich dennoch auf dem richtigen Weg: "Wir sind immerhin die Mannschaft mit dem meisten Ballbesitz und den meisten Torschüssen." Womöglich ein erster Schritt auf dem Weg in Richtung Aufstiegsränge? "Ich glaube auch, dass sich der Verein in Zukunft in diesen Bereichen bewegen kann, wenn die Voraussetzungen stimmen. Ich habe nie gesagt, dass es sofort sein muss. Das wäre fatal, weil es große Unterschiede gibt in der zweiten Liga."