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Trotz Niederlage: St. Pauli stolz auf "leidenschaftliches Spiel"

© IMAGO / Oliver Ruhnke

Mit dem 1:3 gegen Paderborn musste der FC St. Pauli die erste Saisonniederlage einstecken. Trainer und Spieler waren sich anschließend aber einig, dass die gezeigte Leistung gut war.

Rote Karte nach sechs Minuten

Früh die Rote Karte kassiert, den Elfmeter gehalten, dann sogar in Führung gegangen und schließlich doch noch verloren: Für St. Pauli und seine Fans glich das Auswärtsspiel beim SC Paderborn einer emotionalen Achterbahnfahrt. Nach dem Platzverweis gegen Philipp Ziereis in der sechsten Minute mussten die Hamburger schon ganz früh mit einer großen Hypothek leben. "Die ersten zehn, 15 Minuten waren gar nicht gut, nach der Roten Karte war es für uns natürlich auch schwierig, mehr als 80 Minuten in Unterzahl zu spielen", bestätigte Guido Burgstaller nachher auf der Vereinswebsite. Ähnlich sah es sein Teamkollege Marcel Hartel: "Das Spiel hat mit der Roten Karte für Ziere direkt bitter angefangen. Paderborn hat uns von der ersten Minute sehr unter Druck gesetzt, da waren sie sehr aggressiv und haben schnell nach vorne gespielt." Da die Gastgeber den anschließenden Elfmeter allerdings verschossen, konnte der zeitige Rückstand abgewendet werden.

Ein "top Spiel" nach der Halbzeitpause

In der Folge bissen sich die Kiezkicker in die Begegnung und verbuchten mehr Spielanteile. "Klar hatte Paderborn danach mehr Ballbesitz, wir haben aber gut gespielt und hatten die besseren Chancen", analysierte Burgstaller. Der Stürmer war es auch, der in der 28. Minute die Führung für die dezimierten Gäste erzielte. Diese hielt aber nicht lange, denn kurz vor dem Pausenpfiff unterlief Adam Dzwigala ein Eigentor. "Das war kurz vor der Halbzeit in einer Phase, wo wir ganz viel von unserem Tor weggehalten haben, ärgerlich", haderte Trainer Timo Schultz. "Die Mannschaft hat in der Pause noch mal Kraft sammeln können und gerade in der zweiten Halbzeit haben wir ein top Spiel hingelegt. Wir hatten einige riesen Dinger, die Paderborns Keeper super hält.". Tatsächlich war von der Unterzahl über weite Strecken des zweiten Durchgangs wenig zu sehen.

Auf der Leistung kann aufgebaut werden

Durch die Tore von Kai Pröger (65.) und Sven Michel (90.+3) reichte es dennoch nicht zu etwas Zählbarem. "Am Ende versuchen wir, irgendwie noch den Ausgleich zu erzielen, und bekommen nach einem Konter das 3:1. Wir haben in Unterzahl ein leidenschaftliches Spiel hingelegt, auf dem wir aufbauen wollen", so Hartels Einschätzung. Auch Coach Schultz konnte "den Jungs überhaupt keinen Vorwurf machen. Sie haben alles investiert, am Ende hat es aber nicht gereicht. Die Paderborner schießen drei Tore und wir nur eins, das zählt beim Fußball und deshalb treten wir die Heimreise ohne Punkte an." Mit sieben Zählern aus den ersten vier Spielen samt Derbysieg gegen den Hamburger SV kann man am Millerntor mit dem Saisonstart trotzdem zufrieden sein.