Union belohnt sich erneut nicht - Brandy mit kuriosem Rekord
Einen richtigen Grund zur Freude hatte bei Union Berlin am Freitagabend keiner. Auch nach dem sechsten Pflichtspiel der Spielzeit müssen die Eisernen weiter auf den ersten Sieg warten, verspielten einmal eine Führung und stecken so weiterhin im unteren Drittel der Tabelle fest. Umso bitterer, dass mit Sören Brandy einer der Stützen des Teams im nächsten Spiel fehlen wird. Der Routinier sorgte mit seiner Sperre jedoch für einen kuriosen Rekord.
Viertes Unentschieden und fünfte verspielte Führung - Das Warten auf den ersten Sieg
"Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen!" Diese alte Weisheit wird wohl manchem Fan des 1.FC Union dieser Tage durch den Kopf gehen. Viermal teilten sich die Eisernen bereits die Punkte in der noch jungen Saison. Natürlich bedeutet dies im Umkehrschluss erst eine Niederlage in der Liga, doch der erhoffte Sprung nach oben kann mit einer solchen Ausbeute nicht erreicht werden. Qualität ist jedoch vorhanden, immerhin gingen die Eisernen in allen Spielen außer dem torlosen Remis in München zwischenzeitlich in Führung, sogar im Pokal bei Viktoria Köln. Doch die Ergebnisse sind bekannt. Späte Gegentreffer sorgten besonders zu Hause gegen Düsseldorf, Kaiserslautern und Leipzig für bittere Nackenschläge. Gerade gegen diese ambitionierten Teams hätten Heimsiege besonderen Wert gehabt. Doch zeigen diese Rückschläge eben auch die vorhandenen Schwachstellen der Berliner auf, die sich besonders im Defensiv-Verbund noch nicht gefunden haben. Diverse Umstellungen von Trainer Norbert Düwel schienen zuletzt jedoch zu fruchten und dem Team mehr Stabilität nach hinten verliehen zu haben. Aussetzer wie beim 3:4 in Sandhausen blieben seitdem aus.
Brandy mit Gelbsperre im Eiltempo - Bestbesetzung gesucht
Für positive Schlagzeilen sorgte in der noch jungen Saison vor allem Sören Brandy. Der erfahrene Angreifer kann mit vier Scorerpunkten bislang den größten Erfolg in der Berliner Offensive verbuchen, jedoch sorgte er auch für einen kuriosen Rekord. Der 30-Jährige sammelte in fünf Saisonspielen bereits ebenso viele gelbe Karten und handelte sich somit die schnellst mögliche Gelbsperre überhaupt ein. Ein solches Kunststück ist in der Zweiten Liga seit Einführung dieser Regel noch Keinem gelungen. Einzig René Rydlewicz handelte sich - jedoch in der Ersten Liga - 2001 im Trikot von Hansa Rostock bereits eine solche Sperre im Eiltempo ein. Bei aller Kuriosität ist Brandys Ausfall für Union natürlich besonders bitter und Trainer Düwel wird nun gefordert sein beim nächsten Spiel in Karlsruhe (12.09., 13:00) für passenden Ersatz zu sorgen. Bis dahin gilt es für Union konzentriert weiter zu arbeiten und allmählich eine Idealbesetzung zu finden. Nach einer Vielzahl von Rochaden, zuletzt besonders im zentralen Mittelfeld, suchen die Verantwortlichen bei Union noch nach der besten Elf. Kandidaten wie Dennis Daube oder Stephan Fürstner saßen zuletzt draußen und auch Neuzugang Adrian Nikci wartet noch auf seine erste echte Chance. Die anstehende Länderspielpause könnte also für den einen oder anderen eine Chance sein, um sich aufzudrängen.