Werder und die eklatanten Fehler: "Wird eine schwere Saison"

Der nächste Rückschlag für Werder Bremen: Nach dem 2:2 beim SV Sandhausen konnten die Norddeutschen nur einen Sieg aus den vergangenen fünf Partien holen, müssen zusehen, wie die Aufstiegsplätze immer weiter in die Ferne rücken. Dabei hätten die Grün-Weißen das Spiel fast ganz spät noch gedreht.

Füllkrug fast mit spätem Doppelpack

Ausgerechnet Niclas Füllkrug hätte zum viel umjubelten Helden beim SVW werden können. Nach seiner Drei-Tage-Suspendierung zu Beginn der Woche wechselte Markus Anfang den Stürmer am Sonntag nach 57 Minuten ein. In der Nachspielzeit erzielte der 28-Jährige erst den Ausgleich zum 2:2 (90.+2). Wenige Augenblicke später traf er den Pfosten, hätte die Partie beinahe gedreht (90.+5). "Ich habe nie ein Problem mit Niclas gehabt, ganz im Gegenteil, ich habe mich riesig für ihn gefreut. Am Ende des Tages war es ein Fehlverhalten und das wurde aufgearbeitet. Ich habe mich dafür eingesetzt, dass er heute da ist und er hat das zurückgezahlt", sagte Trainer Markus Anfang.

Dass Füllkrugs Treffer nicht für den Sieg gereicht hatte, lag mal wieder an individuellen Fehlern der Bremer: Denn obwohl Nicolai Rapp den Absteiger sogar früh in Führung gebracht hatte (12.), sorgte das nicht für die nötige Ruhe. Der SVS hatte einige gute Szenen, das 1:1 leiteten die Gäste aber selber ein: Ein viel zu kurzer Rückpass von Lars Lukas Mai landete bei Bashkim Ajdini, der von Werders Schlussmann Michael Netterer zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Pascal Testroet (29.). "Ich denke, dass wir uns hier drei Punkte ausgemalt haben, aber wenn du so viele individuelle Fehler machst ist es schwer", war Anfang enttäuscht.

"Wir sind machmal zu naiv"

Auch in der Folge hatte Sandhausen - auf Rang 16 - gute Möglichkeiten, ließ diese aber aus. Bis zur 84. Minute: Nach einem Fehlpass von Marco Friedl setzten die Hausherren zum Konter an. Eine Flanke von Dennis Diekmaier köpfte Testroet ein und erzielte den vermeintlichen Siegtreffer. "Wir sind machmal zu naiv und spielen die Bälle dahin, wo die Gegner sie haben möchten, anstatt mal hinter die Kette zu spielen. Manchmal muss man die Mannschaft auch mal locken und erst dann kannst du in den Raum spielen. Mit solchen Bällen zum Gegner kommst du in Kontersituationen, in denen wir uns die Dinger fast selber reinschießen", monierte Leonardo Bittencourt - unter anderem mit Blick auf diese Szene: "Wir müssen einfach Ruhe bewahren – wenn der eine Ball nicht geht dann müssen wir eine andere Lösung suchen."

Immerhin war Füllkrug noch zur Stelle und rettete den Punkt. Dennoch liegt Werder nach elf Partien schon sieben Punkte hinter einem Aufstiegsplatz, findet einfach nicht in die Saison und wird der Favoritenrolle nur selten gerecht. "Es wird eine schwere Saison", so Anfang, der aber Mut aus der Entwicklung der Konkurrenz zieht: "St. Pauli hat letzte Saison zu dem Zeitpunkt ganz unten gestanden und stehen jetzt ganz oben. Nürnberg hat vor zwei Jahren noch in der Relegation gespielt und die spielen jetzt oben mit. So ist die zweite Liga, da kann jeder jeden schlagen. Für uns ist es jetzt wichtig, uns zu stabilisieren. Dafür müssen wir noch einiges tun." Und das schnell: Schließlich steht schon am Samstag das Heimspiel gegen Tabellenführer FC St. Pauli an.

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