HSV nimmt sich selbst die letzte Chance: "Müssen uns hinterfragen"
Der Hamburger SV hat Planungssicherheit für eine weitere Zweitliga-Saison. Eine 2:3-Niederlage in Osnabrück unterbindet jegliche Bemühungen, dass die Elbstädter am letzten Spieltag noch einmal in den Aufstiegskampf eingreifen können. Obwohl sich das Scheitern abzeichnete, war die Enttäschung bei den Verantwortlichen nach Abpfiff groß.
"Es tut weh"
Dreimal geriet der HSV am Sonntagnachmittag an der Bremer Brücke in Rückstand, doch nur zweimal konnte die Elf von Interimstrainer Horst Hrubesch ausgleichen. Nach der achten Saisonniederlage war der Ofen an der Elbe schließlich aus. "Es tut weh. Eins muss man aber auch klar sagen: Wir haben es auch nicht verdient!", ging der 70-Jährige nach Abpfiff hart mit der Mannschaft ins Gericht. Spielerische Qualitäten wollte Hrubesch seinem Team überhaupt nicht abstreiten, doch der erfahrene Coach vermisste dazu passende Mentalität: "Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir dieses Spiel so wollten, wie du dieses Spiel von Anfang an spielen musst."
Stattdessen lief der HSV den Rückständen gegen einen Abstiegskandidaten hinterher, der um sein Leben kämpfte. "Ich denke, wenn du so ein Spiel angehst, dann musst du einfach mehr leisten. Das haben wir nicht getan", führte Hrubesch seine Kritik weiter aus und bedauerte, dass die Mannschaft ihre gebotene Chance nicht am Schopfe packte. "Am Ende des Tages müssen wir uns selber hinterfragen, warum das so ist", so der Interimstrainer. Diese Frage wird sich vor allem Sportvorstand Jonas Boldt jetzt stellen müssen.
Boldts Analyse steht an
Der 39-Jährige sah in der 2:3-Niederlage gegen Osnabrück eine sinnbildliche Wiedergabe der gesamten Saison. "Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, aber wieder einmal zu einfach die Gegentore hergeschenkt und ingesamt gegen die Teams von unten zu viele Punkte liegen gelassen", ärgerte sich Boldt und verwies zudem auf Partien gegen Sandhausen und Würzburg. Nun muss der HSV für eine weitere Zweitliga-Saison planen - und laut "Bild"-Zeitung ist Ex-Assistent Tobias Schweinsteiger im Rennen um den Posten als Cheftrainer an der Elbe wohl dabei. Kontakt gab es demnach aber noch nicht. Klar ist jedenfalls, dass der HSV den Knackpunkt der wiederkehrenden Probleme in der Rückrunde ausfindig machen muss, denn bis dahin sah "unsere Entwicklung vielversprechend aus".
Am Ende scheiterte der HSV wiederholt im Endspurt. "Vielleicht haben wir gedacht, dass die Dinge von allein laufen, aber wir müssen uns alles hart erarbeiten", verlangte Boldt von den Profis, für die Hrubesch dann noch das Positive hervorhob. "Wir sind in der Lage, guten Fußball zu spielen, das haben wir gegen Nürnberg gezeigt", betonte der 70-Jährige - doch die Frage bleibt, warum dies beim HSV nur Momentaufnahmen sind.