• Facebook
  • Twitter

HSV: Thioune warnt vor Hoffnungen auf Spaziergang

© imago images / MIS

Nach der Zitter-Nullnummer im Topspiel bei Verfolger Fortuna Düsseldorf war Trainer Daniel Thioune bei Spitzenreiter Hamburger SV der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach. Durch das torlose Remis am Rhein behaupteten die Rothosen zum Rückrunden-Auftakt immerhin ihre Tabellenführung und bauten ihre Erfolgsserie auf inzwischen schon acht Spiele ohne Niederlage aus.

"Eher ein gewonnener Punkt als zwei verlorene“

"Insgesamt bewerte ich das Ergebnis eher als einen gewonnenen Punkt denn als zwei verlorene“, bewertete Thioune auf der Vereins-Homepage das Unentschieden beim ambitionierten und nunmehr sogar schon neunmal nacheinander ungeschlagenen Bundesliga-Absteiger.

Tatsächlich drohte den Hanseaten angesichts des Drucks der Gastgeber besonders im zweiten Spielabschnitt durchaus auch eine mögliche Niederlage. Umso mehr lobte der HSV-Coach in der Bild-Zeitung die Leistung seiner Defensivabteilung um die Innenverteidiger Stefan Ambrosius und Toni Leistner: "Sie haben nichts zugelassen. Wir haben im Kollektiv nach jedem Ballverlust die Gegner gejagt. Wenn die Null steht, haben die Verteidiger gegen so einen starken Gegner wie Düsseldorf nicht so viel falsch gemacht.“

Thioune stellte das Resultat außerdem als Mahnung vor überzogenen Erwartungen im Umfeld des Klubs oder gar der Hoffnung auf einen Spaziergang zum Aufstieg dar. "Die Düsseldorfer“, sagte der Ex-Profi im Sky-Interview, "haben in den letzten Wochen gezeigt, dass sie nicht zu Unrecht dort oben stehen und den Anspruch haben, die 2. Liga wieder zu verlassen.“ Seine Schlussfolgerung: "Wenn man bei der heimstärksten Mannschaft der Liga einen Punkt holt, dann darf man damit auch einmal einverstanden sein.“

Ulreich und Leibold beklagen Chancenverwertung

Gleichwohl trauerten seine Spieler den ungenutzt gelassenen Chancen zur durchaus möglichen Führung vor allem vor der Pause nach. "Wir müssen den Punkt mitnehmen, was sich aber aufgrund unserer guten ersten Halbzeit als zu wenig anfühlt. Aus dieser Phase des Spiels hätten wir mehr mitnehmen müssen, da haben wir uns leider nicht belohnt“, meinte Torhüter Sven Ulreich.

Sein Kapitän Tim Leibold zog eine ähnliche Bilanz. "Wir hatten in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel, haben den Ballbesitz aber zu wenig in Torchancen umgemünzt“, erklärte der Abwehrspieler.

Völlig unzufrieden war Leibold allerdings auch nicht. Der 27-Jährige betonte die Fortschritte der Norddeutschen im Vergleich zu den Mängeln beim vorangegangenen 4:2-Erfolg bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig nach einem 0:2-Rückstand und blickte deswegen auch schon zuversichtlich dem nächsten Spiel am Samstag gegen Düsseldorfs Mitabsteiger SC Paderborn entgegen: "Wir haben die Fehler, die wir in Braunschweig gemacht haben, minimiert.“