Keine Statistiken oder Floskeln: Thioune will drei Punkte
In der Hinrunde erlebte der Hamburger SV beim SC Paderborn seine torreichste Partie der Saison, denn gegenüber vier eigenen Treffern standen seinerzeit drei Gegentore. Cheftrainer Daniel Thioune hat gegen eine torreiche Wiederholung der Partie keine Einwände - solange der HSV am Ende den Sieg landet. Seit Anfang Dezember sind die Elbstädter nämlich ungeschlagen.
"Kann spannend und torreich werden"
Es war die kurze Niederlagen-Serie von drei Pleiten in Folge, die dem Hamburger SV zwischenzeitlich das Leben erschwerten. Seit dem 11. Spieltag ist der HSV allerdings nun schon ungeschlagen, nur Nürnberg und Düsseldorf konnten dem Ex-Dino einen Punktverlust aus den Rippen leiern. Gegen Paderborn könnte die Serie weitergehen, solange die Elbstädter ihren Tugenden treu bleiben. Statistiken waren für Cheftrainer Daniel Thioune in der Pressekonferenz vor dem Spiel nur Nebensache: "Ich bin eigentlich kein Freund davon, weil einige diskutabel sind. Trotzdem freue ich mich darüber, dass wir die zweikampfstärkste Quote haben." Diese kann aber ebenso verbessert werden, so der Coach augenzwinkernd.
Im Hinspiel kassierten die Hamburger noch drei Gegentore, konnten ein turbulentes Spiel aber für sich entscheiden. "Es kann morgen sicherlich spannend und torreich werden, aber wenn am Ende die drei Punkte im Volksparkstadion bleiben, kann ich mit jeglichem Ergebnis leben", hätte der HSV-Coach nichts gegen ein weiteres Aufeinandertreffen der rasanteren Art einzuwenden. SCP-Trainer Steffen Baumgart wird von Thioune zumindest für diese Spielweise geschätzt: "Seine Art Fußball zu spielen gefällt mir. Der SCP ist ein Team, das hoch anläuft und früh verteidigt. Es darf von beiden ein intensives Spiel erwartet werden."
Kaderplanung abgeschlossen?
Personell muss Thioune weiterhin auf Klaus Gjasula und Josha Vagnoman verzichten. Auch Rick van Drongelen ist immer noch im Aufbautraining nach seinem Kreuzbandriss, sodass auch der Niederländer keine Option für die Innenverteidigung ist. Diese wird ohnehin zuverlässig von Stephan Ambrosius und Toni Leistner ausgefüllt: "Konstanz muss man sich erarbeiten. Beide sind mit viel Herz dabei. Wir dürfen unsere Defensive aber nicht auf die beiden reduzieren, das Bollwerk zeichnet sich durch mehrere Akteure aus." Von denen in diesem Winter-Transferfenster im Übrigen wohl keiner mehr wechseln wird.
"Bei mir ist aktuell nichts hinterlegt, dass sich einer unserer Spieler verändern möchte. Es kann natürlich bis Montag noch etwas passieren, aber ich gehe im Moment nicht davon aus", ging Thioune von einer abgeschlossenen Kaderplanung für die Rückrunde aus. Damit wird der HSV auch in der Rückrunde wohl weiterhin der große Favorit bleiben, obwohl das für den Cheftrainer einmal mehr eher eine Floskel ist: "Das sind ja häufig Aussagen von außen über uns, die mich eher irritieren, denn es ist doch egal, ob wir die Favoritenrolle haben oder nicht. Wichtig ist, dass wir in jedem Spiel Vollgas geben."